Aachen/Eilendorf: Wolfgang Keil ist der neue Stadtkönig

Aachen/Eilendorf: Wolfgang Keil ist der neue Stadtkönig

Als vor 40 Jahren auf Anregung des damaligen Oberbürgermeisters Kurt Malangré zum ersten Mal ein Schützenkönig für die Stadt Aachen ermittelt wurde, war nicht abzusehen, dass daraus eine so lange andauernde Tradition werden würde.

Es war sicher auch ein Glücksfall, dass sich die Karlsschützengilde — Aachens bei weitem ältester Verein — dazu bereit erklärte, dieses Spektakel auf ihrer wild-romantischen Schützenwiese und dem großen Schießstand „Auf dem Foerbrich“ in Eilendorf auszurichten. So konnte sich am Samstag Wolfgang Keil von der Dreifaltigkeits-Schützenbruderschaft Nütheim-Schleckheim in einem bestens organisierten Wettbewerb den begehrten Titel des Stadtkönigs sichern.

Wenn die Karlsschützen die Schützengesellschaften der Stadt zum Stadtkönigsschießen und zum Stadtprinzenschießen einladen, dann geht es um so etwas wie die Stadtmeisterschaft der Schützen. Aufgerufen sind Bruderschaften und Vereine des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften und des Rheinischen Schützenbundes aus Aachen.

Deren amtierende Könige und Prinzen kämpfen darum, das begehrte Silber auf die Schultern gelegt zu bekommen. Aber auch für die anderen Schützen finden zeitgleich auf dem Kleinkaliberschießstand zusätzliche Wettbewerbe statt für die Präsidenten, für die Fahnenträger und für Mannschaften, die von den teilnehmenden Gesellschaften gemeldet werden.

Traditionell hatte der Festtag der Aachener Schützen mit dem Empfang im Eilendorfer Rathaus am Heinrich-Thomas-Platz begonnen. Dort konnte Robert von Eisern, der Präsident der Karlsschützen etliche Ehrengäste begrüßen, unter ihnen Oberbürgermeister Marcel Philipp, sowie die noch amtierenden Majestäten Stadtkönigin Erika Walczak von den Eilendorfer St. Apollonia Schützen und Stadtprinz Fabian Radermacher von der St. Laurentius Schützenbruderschaft in Laurensberg.

Marcel Philipp, der früher aus dem Urlaub zurückgekehrt war, um das 40. Stadtkönigsschießen zu eröffnen, hob die Bedeutung der Schützenvereine für Aachen hervor. Auch wenn man von den Mitgliederzahlen derzeit nicht sagen könne, dass sie rasant stiegen, seien die von den Schützen vertretenen Werte aktueller denn je. Anschließend ging es hinaus auf den Heinrich-Thomas-Platz, wo die Ehrengäste die Front der angetretenen Schützen abschritten. Angeführt von der Musikvereinigung Roetgen zog der stattliche Festzug dann zum Schießstand.

Ruhige Hand und etwas Glück

Beim Schießen auf den Prinzenvogel mit einem eingespannten Luftgewehr über eine Distanz von zehn Metern gelang es dem 20-jährigen Tim Hofrichter von der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Aachen-Burtscheid den entscheidenden Treffer zu landen. Damit konnte sich der Auszubildende zum Groß- und Außenhandelskaufmann, der in einem Sanitätshaus arbeitet, gegen seine Konkurrenten durchzusetzen.

Anschließend zeigten die zwei angetretenen Schützenköniginnen und die acht Schützenkönige, wie man mit dem Kleinkalibergewehr einen sehr viel massiveren Holzvogel kleinmacht. Allerdings wurde es ein spannender Wettbewerb, dauerte es doch bis zum 269. Schuss — abgegeben von Wolfgang Keil — ehe der dicke Vogel zerbrach und als Kleinholz zu Boden fiel. Mit ruhiger Hand und dem nötigen Quäntchen Glück krönte sich der Schütze der Dreifaltigkeits-Schützenbruderschaft Nütheim-Schleckheim zum Stadtkönig. Erste Gratulantin war seine Gattin Suse, die jetzt auch als Stadtkönigin an seiner Seite ist.

In den weiteren Wettbewerben gewann Manfred Rosenstock, der Schützenmeister der St. Laurentius-Schützen aus Laurensberg, das Ehrenschießen der Präsidenten, während Dieter Bergner von der St. Sebastianus-Schützen aus Eilendorf beim Schießen der Fahnenträger erfolgreich war. Einen weiteren Eilendorfer Erfolg gab es beim Mannschaftsschießen, das die St. Sebastianus Schützen für sich entscheiden konnten.

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