Aachen: Wohnungsbau: Grüne erbost über Aussagen von CDU und SPD

Aachen: Wohnungsbau: Grüne erbost über Aussagen von CDU und SPD

Diese Reaktion war so sicher wie das Amen in der Kirche.Dass CDU und SPD ein Pressegespräch zum Wohnungsbau unter das Motto „Es tut sich etwas“ gestellt haben, bringt die Grünen auf die Palme.

Seit langem kritisieren sie, dass sich die Ratsmehrheit bei diesem Thema einzig durch Nichtstun auszeichne und viele Ideen blockiere. „Mir ist kein größeres Wohnungsbauprojekt bekannt, das auf Initiative von CDU und SPD entstanden ist“, ärgert sich der wohnungspolitische Sprecher der Grünen, Sebastian Breuer. Auch er sehe „die vielen Baukräne, die sich zurzeit über Aachen drehen“.

Doch diese Projekte seien „allesamt schon vor Jahren auf den Weg gebracht worden“, so Breuer, der anfügt: „Und da, wo man mal ein deutliches Zeichen für den Wohnungsbau setzen könnte wie im Richtericher Dell, stehen CDU und SPD auf der Bremse. Statt nun mal selbst die Ärmel hochzukrempeln, haben CDU und SPD den Baubeginn in die Zeit nach 2022 verschoben.“ Selbst beim Planungsbeschluss für die Umgehungsstraße habe man „in der Bezirksvertretung mal wieder Beratungsbedarf gehabt“. Breuer schießt gegen Schwarz-Rot: „Wahrscheinlich macht sich jetzt im Landtagswahlkampf ein konkreter Beschluss mit Blick auf die örtliche Bürgerinitiative nicht so gut.“

Die Grünen forderten seit Jahren ein kommunales Wohnungsbauprogramm. „Wir haben konkrete Flächen vorgeschlagen. Es gibt sehr gute Finanzierungsmöglichkeiten mit Zuschüssen durch das Land. Und es gibt einen erheblichen Bedarf an bezahlbaren Wohnungen“, so Breuer. Die Zahl der Sozialwohnungen sei trotz Bauvorhaben rückläufig.

So könne die Stadt nur noch jedem dritten Wohnungssuchenden, der sich beim Fachbereich Wohnen meldet, eine Wohnung anbieten. Sebastian Breuer: „Der Wohnungsmangel trifft vor allem die Menschen mit niedrigen Einkommen. Da ist es schon zynisch, wenn der CDU-Fraktionsvorsitzende Baal sagt, man könne eben ‚nicht jedem jederzeit seine Traumwohnung zum Traumpreis vermitteln‘.“

Dabei liege der Mangel an Sozialwohnungen „einzig und allein an der Untätigkeit der großen Koalition“. Diese agiere stattdessen mit „alternativen Fakten“ und schmücke sich auch noch mit fremden Federn.

(stm)
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