Brand: Wohnprojekt soll Inklusion voranbringen

Brand: Wohnprojekt soll Inklusion voranbringen

„Ich möchte hier leben, lachen und mit Melanie gemeinsam den Haushalt schmeißen.“ So drückte die 20-jährige Alina ihren Wunsch nach Selbstständigkeit bei der Eröffnung der neuen Gewoge-Wohnanlage in der Brander Schagenstraße aus. 22 Wohneinheiten wurden dort in einem ehemaligen Übergangswohnheim geschaffen, sechs davon sind für die Lebenshilfe Aachen reserviert. Und in einer der sechs wird Alina mit zwei Mitbewohnerinnen leben.

Denn die junge Frau ist trotz ihrer geistigen Behinderung fit, so fit, dass sie nun endlich auf eigenen Füßen stehen und in einer ambulanten Wohngruppe leben wird. Möglich gemacht hat dies ein neues Wohnkonzept der Gewoge, bei dem die Lebenshilfe Kooperationspartner war. „Als Unternehmen mussten wir uns fragen, wo soll es hingehen angesichts von demografischem Wandel und Wohnungsnot“, sagte Gewoge-Vorstand Bernd Botzenhardt bei der Eröffnung. Deshalb habe man in der Schagenstraße 120-124 neben klassischen Zuschnitten auch auf barrierefreie Wohnungen und Raum für Wohngemeinschaften gesetzt. Dort sollen die unterschiedlichsten Personen nun miteinander leben. Und Menschen mit Behinderungen ein selbst bestimmtes Leben führen können, so Monika Winand von der Lebenshilfe.

Im Haus angesiedelt ist auch ein Wohntreff, der für alle Bürger im Viertel offen steht, sowie ein Service-Stützpunkt, in dem nicht nur ein Team der Lebenshilfe arbeitet, sondern auch eine Dependance der Bücherinsel sowie das Brander Senioren-Telefon untergebracht sind. Rund 1,3 Millionen Euro hat die Gewoge in den Umbau der Wohnanlage investiert.

Nach Ansicht von Oberbürgermeister Marcel Philipp ein gelungenes Projekt. „Um Inklusion hinzubekommen, müssen wir künftig die verschiedensten Wohnformen miteinander kombinieren“, resümierte Philipp.

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