Wintereinbruch mit viel Schnee sorgt für Staus und Unfälle in Aachen

Weiße Pracht in Aachen : Rutschpartien und Staus auf schneeglatten Straßen

Winter in Aachen: Für eine Rodelpartie reicht der Schnee am Mittwoch schon aus. Auf den Straßen sorgt anhaltender leichter Schneefall doch für einigen Stress. Und unfallfrei geht es leider auch nicht ab.

In der Zeit von sechs bis neun Uhr am Mittwochmorgen schepperte es mächtig auf den Straßen in Stadt und Altkreis Aachen. Die Polizei registrierte in diesen drei Stunden 30 Verkehrsunfälle. „Alleine 25 gingen auf das Konto von Schnee- und Eisglätte“, teilte Polizeisprecher Paul Kemen mit. Und 16 der 30 Unfälle ereigneten sich in der Stadt. Bis 11 Uhr war die Zahl der Verkehrsunfälle bereits auf 77 angestiegen.

Der Schnee kam zwar mit Ansage, er setzte aber erst mit Beginn des morgendlichen Berufsverkehrs so richtig ein. Beim Aachener Stadtbetrieb waren rund 300 Leute ab vier Uhr morgens im Einsatz. Sie begannen damit, die Straßen der Dringlichkeitsstufe 1, immerhin 555 Kilometer im Stadtgebiet, abzustreuen, wie Timo Pappert vom städtischen Presseamt berichtete. Im Berufsverkehr steckten dann aber auch die großen Räumfahrzeuge mitunter auf rutschigen Straßen im Stau fest.

Zu den Straßen der Dringlichkeitsstufe 1 gehören Hauptverkehrs- und Durchgangsstraßen, Straßen für den öffentlichen Personennahverkehr sowie Zufahrtsstraßen zu Krankenhäusern, Schulen, Feuerwachen und Straßen zu Gewerbe- und Industriegebieten.

Früh übt sich: Gemeinsam geht es beim Schneeschaufeln viel schneller. Foto: ZVA/Michael Jaspers

35 Räumfahrzeuge hatte die Stadt am Mittwoch im Einsatz. Dieser maschinelle Winterdienst soll auf rund 1200 Straßen und Straßenabschnitten mit einer Streckenlänge von rund 1500 Kilometern für sichere Verhältnisse sorgen.

Gegen Mittag hatte der Stadtbetrieb auch schon einen großen Teil der Straßen der Dringlichkeitsstufe 2 (rund 457 Kilometer) geräumt. 423 Kilometer Wohn- und Anliegerstraßen (Priorität 3) waren am Mittwoch zuletzt an der Reihe.

Die „Fußtruppe“ kümmerte sich derweil um andere neuralgische Punkte. 270 Leute des sogenannten manuellen Winterdiensts sind verantwortlich für 223 Kreuzungsbereiche, 27 Fußgängerzonen, 183 Fußgängerüberwege, 410 Gehwege, 81 Radwege, 18 Brückenanlagen und 64 Treppenanlagen. „Unsere Leute sind an allen Ecken und Enden im Einsatz“, so Pappert. „Aber sie können leider nicht überall gleichzeitig sein.“

Winteridyll im Westpark: Auf der großen Wiese haben Kinder einen Schneemann gebaut. Foto: ZVA/Sarah-Lena Gombert

Auch die Aseag-Busse hatten Probleme. Aufgrund von Schnee und Eis kommt es auf vielen Linien zu Verspätungen oder gar Ausfällen. „Wenn der Verkehr langsam fließt oder Straßen sogar gesperrt sind, kommen natürlich auch die Busse nicht weiter“, so Aseag-Sprecher Paul Heesel. „Aber wir versuchen, so gut wie möglich durchzukommen.“

Das versucht auch die Feuerwehr. Zwar sind deren Fahrzeuge noch nicht mit Schneeketten auf den Straßen unterwegs. „Wir haben die Ketten aber am Mittwochmorgen schon mal hervorgeholt und geübt, wie man sie aufzieht“, sagte ein Mitarbeiter der Leitstelle auf Anfrage unserer Zeitung. „So sind wir auf den Ernstfall bestens vorbereitet, falls wir wirklich einmal die Schneeketten brauchen sollten.“ Aus Sicht der Feuerwehr gab es jedoch bislang noch keine außergewöhnlichen Vorkommnisse aufgrund des Wetters. „Der ganz normale Wahnsinn“, sagte der Sprecher mit einem Schmunzeln.

Winteridyll fanden am Mittwoch vor allem die Besucher der städtischen Parks oder der Stadtteile in Richtung Eifel. Dort waren am Mittwoch auch einige Rodler zu sehen. Sichtungen von Schneemännern gab es indes auch in der Innenstadt.

Auch am Donnerstagmorgen heißt es für die Mitarbeiter des städtischen Winterdienstes: Arbeitsbeginn um 4 Uhr. Die Stadt appelliert an die Autofahrer, die im Stadtgebiet unterwegs sind, den Streufahrzeugen Platz zu machen. Und wer seinen Wagen parkt, sollte das möglichst nahe am Straßenrand tun, damit die Räumfahrzeuge besser durchkommen.

(mg)
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