Aachen: Windkraft-Pläne bringen Bürger zum Rotieren

Aachen: Windkraft-Pläne bringen Bürger zum Rotieren

Viele harte Worte fielen am Dienstagabend bei der Bürgeranhörung zur „Änderung des Flächennutzungsplanes 1980 - Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen” im Haus Löwenstein. Die für die Errichtung der neuen Türme zur Diskussion stehenden Flächen befinden sich im Münsterwald, am Schlangenweg, am Vetschauer Weg und an der Horbacher Straße.

Die dringlichste Frage für die bei der Anhörung erschienenen Bürger war, warum die seinerzeit in einem Erlass vorgeschriebenen Mindestabstände von 1500 Metern bei der bisherigen Planung nicht eingehalten wurden. „Dieser Mindestabstand ist nicht vom Gesetz vorgeschrieben”, sagte Klaus Meiners vom Fachbereich Umwelt der Stadt Aachen. „Unter Einhaltung dieser Werte könnten wir jegliche Windräder in Aachen und der Städteregion vergessen.”

Gesundheitsschäden befürchtet

Dieser Punkt bringt jedoch die in unmittelbarer Nähe wohnenden Menschen auf die Palme. „Die gesundheitlichen Schäden durch die Anlagen sind nicht abzusehen”, sagte Christoph Hartmann aus Vetschau. „Wir werden dagegen kämpfen.” Weitere Fragen nach der Wertminderung der Immobilien und so genannter „Wirbelschleppen” wurden von der erregten Menge vorgebracht. Doch nicht jeder sieht die Windräder ausschließlich negativ.

Gutachten liegt erst 2011 vor

„Wir können uns entscheiden, ob wir mit Kohle- und Atomkraftwerken weitermachen oder auf neue Energien setzen”, sagte ein anderer Vetschauer, den das Vorhaben nicht stört.

„Ich gebe zu Bedenken, dass hier und heute nichts entschieden wird”, sagte Planungs- und Umweltdezernentin Gisela Nacken, als die Diskussion allzu heftig wurde. „Wir sammeln nur ihre Meinungen.” Bei dem momentanen Stand der Planung kann noch nicht einmal die endgültige Höhe der Windräder bestimmt werden. Doch mit einer Größe um die 160 Meter werden diese gigantisch sein. Die Stadt hat wegen der möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie der Auswirkung auf Fauna und Flora Gutachten in Auftrag gegeben - die Erstellung braucht allerdings noch bis Mitte nächsten Jahres Zeit.