Aachen: Wieder Baustelle: Im Hof rücken Bagger an

Aachen : Wieder Baustelle: Im Hof rücken Bagger an

Die Klocontainer stehen schon vor dem Weltkulturerbe Dom — und im Hof müssen Kellner bald auf Behelfsbrücken über Baugräben zu ihren Außengastronomieflächen klettern. Es geht ums Geschäft. Ungewöhnliche Szenen werden sich mitten in der Altstadt in den kommenden Monaten abspielen, wenn von der Körbergasse über den Hof bis zur Krämerstraße die Oberfläche neu gestaltet wird.

Am Montag wurde die Baustelle auf der Seite Richtung Büchel eingerichtet. Gleichwohl wurde der Puppenbrunnen sicherheitshalber schon „baustellensicher“ mit Bretterbeschlägen verpackt.

Zuerst ist nun die Stawag an der Reihe: Sie erneuert die Gas- und Wasserleitungen. Erst entlang der Körbergasse, im Anschluss auf dem Hof bis zur Krämerstraße. Die dabei entstehenden Gräben werden nach der Verlegung der Leitungen provisorisch geschlossen. Danach wird im Hof das neue Großpflaster aus Naturstein in mehreren Bauphasen verlegt — mit weniger Schrägneigung als bislang.

„Es werden immer nur kleine Flächen bis etwa 50 Quadratmeter gleichzeitig bearbeitet. Wir wollen so sicherstellen, dass die anliegenden Gebäude jederzeit erreichbar sind, unter anderem für Rettungsdienst und Feuerwehr“, erläutert Harald Beckers vom städtischen Presseamt. Wegen der besonderen Lage des Platzes und der empfindlichen Körbergasse in der Innenstadt kommen hier nur kleine Bagger und kleinere Laster zum Einsatz. Die Verkehrsbehörde der Stadt Aachen hat die Bauarbeiten in Körbergasse und am Hof zunächst einmal bis zum 6. Juli genehmigt. Verzögerungen sind bei Bauarbeiten an dieser zentralen Stelle nicht ungewöhnlich. Wegen archäologischer Funde war im Hof — eigentlich sollte nur ein Kanal saniert werden — ab Juni 2013 über viereinhalb Jahre eine Baustelle eingerichtet.

Zu erwarten ist jetzt schon, dass die beliebte Außengastronomie im Hof bis zum Sommer spürbar in Mitleidenschaft gezogen wird. „Straßenausschankflächen, die innerhalb des Hofes beeinträchtigt werden müssen, sind in Absprache aufzuheben oder zu verlegen“, heißt es in der Verkehrsanordnung. Und weiter: „Die Fläche unterhalb der Treppe im Hof kann als Ausweichfläche für die Gastronomen zur Aufstellung von Tischen und Stühlen dienen. Um die Wegeverbindungen zwischen den Gewerbezugängen und der verlegten Außengastronomie sicherzustellen, sind Fußgängerbrücken mit Geländer über den Graben zu legen.“ Kellner und Gäste müssen sich auf monatelanges Baustellenflair gefasst machen. Ebenso Anlieger: Als Materiallager wird der Bereich vor dem Kindergarten St. Foillan empfohlen.

Läuft alles glatt, soll die Oberfläche im Hof bis Ende Juli 2018 für rund 520.000 Euro wiederhergestellt sein. Der Boden soll zwar wie Altstadtpflaster aussehen, trotzdem aber dem Lieferverkehr standhalten und leichter für Menschen mit Rollatoren und Rollstühlen befahrbar sein. Dazu wird der Boden laut Verwaltung aus „geschnittenem Großpflaster, das im Gegensatz zu ungeschnittenem Natursteinpflaster gut begehbar und berollbar ist“, gefertigt. Dann ziehen auch die Klos wieder ab.

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