Wie können Premiumwege in Aachen attraktiv gestaltet werden?

Premiumwege für Fußgänger : RWTH-Studenten sammeln Wünsche und Anregungen

Manche Fußgänger trauten in den vergangenen Monaten ihren Augen kaum: Ein Strand am Augustinerplatz? Palmenbedeckte Inseln am Henger Herrjotts Fott? Für diese außergewöhnlichen Erscheinungsbilder waren die Architekturstudenten der RWTH Aachen verantwortlich.

Im Rahmen der Mobilitätswoche vom 16. bis zum 22. September, in der Kommunen aus ganz Europa sich intensiv mit dem Thema Innovation im Bereich Verkehr beschäftigten, befragten die Studenten Fußgänger in der gesamten Stadt nach ihrer Meinung zu den Themen Aufenthaltsqualität, Nutzbarkeit und Sicherheit auf Aachens Fußwegen. Gleichzeitig wurden einzelne Orte durch kreative Aktionen zumindest temporär auf unterschiedliche Weise aufgewertet, wodurch auch die zunächst etwas skurril klingende Idee mit dem Strand und den Palmen in die Tat umgesetzt wurde.

„Die Stadt hat im Zuge des Innenstadtkonzepts 2022 zehn sogenannte Premiumwege geplant, die Fußgängern einen möglichst attraktiv gestalteten und spannenden Weg durch Stadtmitte und begrüntes Umland anbieten sollen“, nennt Rieke Hansen vom Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur, welcher die rund 90 Bachelorabsolventen während des Projektes unterstützte, den Auslöser für die erstellten Umfragen. Entlang der einzelnen geplanten Routen trafen Fußgänger im vergangenen Semester also immer wieder auf wissbegierige junge Menschen, die die eingeholten Meinungen anschließend umfassend auswerteten.

Mehr Grünflächen, mehr Sicherheit

„Es hat sich vor allem gezeigt, dass viele Passanten sich mehr Sicherheit im Verkehr wünschen, außerdem wurde der Vorschlag nach mehr Grünflächen geäußert“, weist Veronika Stützel vom Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur auf die wichtigsten Ergebnisse hin. Darüber hinaus seien eine allgemein verbesserte Aufenthaltsqualität an bestimmten Orten und eine vermehrte Priorisierung von Fußgängern im Straßenverkehr vorgeschlagen worden. „Eine Vielzahl der Fußgänger hat zum Beispiel die gefährliche Abkürzung über die Verkehrsinsel am Ponttor bemängelt, bei der sie als schwächster Teilnehmer im Straßenverkehr zu wenig beachtet werden“, berichtet Rieke Hansen.

Die Ergebnisse der Befragungen wurden jetzt beim Aachener Mobility Special am Elisenbrunnen präsentiert. Auch dort hatten die Besucher noch einmal die Möglichkeit, verschiedene Orte beispielsweise nach den Kriterien Einkaufsmöglichkeiten, Grünflächen und Ampelschaltungen zu bewerten. Zudem konnten allgemeine Wünsche für Verbesserungen des Freizeitwertes der Stadt oder des Stadtklimas geäußert werden. „Auch beim Mobility Special wollten wir noch einmal möglichst viele Stimmen sammeln, um später eventuell die Stadt auf die Meinung ihrer Bürger aufmerksam zu machen“, erklärt Veronika Stützel. Auch die Vorschläge der Architekturstudenten bezüglich der Premiumwege werden bei der Stadt eingereicht. „Positiv ist aber schon einmal zu sehen, dass auch die Stadt an gewissen Orten Handlungsbedarf sieht“, zeigt sich Stützel erfreut.