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Humission: Wie ein Aachener Verein Entwicklungsarbeit in Malawi leistet

Humission : Wie ein Aachener Verein Entwicklungsarbeit in Malawi leistet

Seit 2017 setzt sich der Aachener Verein Humission mit nachhaltigen Projekten für Menschen in Malawi ein. Nicht nur das Team wird immer größer, auch die Anzahl der Projekte steigt.

Mit Lehmöfen fing alles an. Insgesamt 350 Öfen hat der Verein „Humission“ von 2018 bis Ende 2021 gebaut; Öfen, mit denen Menschen in Malawi sicherer und nachhaltiger kochen können als über dem offenen Feuer.

Das Lehmofenprojekt war das erste Projekt, mit dem der Aachener Verein sich für die Menschen in dem bitterarmen Land Afrikas eingesetzt hat. Mit den Öfen von „Humission“ wird der schädliche Rauch aus dem Wohnraum geleitet, Verbrennungen wird vorgebeugt und etwa 50 Prozent weniger Feuerholz benötigt. Allein für das Jahr 2022 sind weitere 400 Öfen geplant.

Humission ist ein in Aachen gegründeter, gemeinnütziger Verein zur Entwicklungszusammenarbeit in Malawi. 2017 wurde der Verein mit acht Mitgliedern gegründet, mittlerweile sind es 55, Tendenz steigend.

Von diesen arbeiten in Deutschland zehn ehrenamtlich an den Projekten, sodass das gesamte Finanzvolumen in die Projekte in Malawi fließt. Seit der Gründung des Vereins im Jahr 2017 konnte eine stabile Infrastruktur zur Ressourcen- und Produktivitätsmaximierung in Deutschland als auch in Malawi aufgebaut werden. Dazu zählen in Deutschland Rotary Clubs in Aachen, das TEER Institut der RWTH Aachen, der Collective Incubator, Materra e.V., die Lebenshilfe Heinsberg, The Commonage und Enactus Aachen sowie viele Privatpersonen.

Neben den Lehmöfen beschäftigen sich die Vereinsmitglieder aktuell mit zwei weiteren Projekten: „nachhaltige Landwirtschaft“ und „Bio-Holzkohle“. Bei Letzterem geht es um die Produktion von Bio-Holzkohle, die aus Pflanzenabfällen hergestellt wird. „Die Produktion von konventioneller Holzkohle ist in Malawi verboten, sodass die Biokohle maßgeblich die Abholzung in Malawi stoppt“, erläutert Niklas Lutterbach von Humission.

Das dritte Projekt ist die „nachhaltige Landwirtschaft“. Ein Grundstück, das Humission in Malawi gekauft hat, fungiert für den Verein als Modellfeld, auf dem neue Projekte zuerst unter lokalen klimatischen Bedingungen getestet und optimiert werden, bevor Einheimische auf die Technologie zurückgreifen. In dem Projekt zur nachhaltigen Landwirtschaft geht es um die Produktion biologischen Düngers und die Erweiterung der Pflanzendiversität zu verbesserten Nährstoffversorgung der täglichen Mahlzeiten.

Doch das ist nicht alles: Demnach plant Humission in Kooperation mit dem Rotary Club Aachen und Rotary Club Lilongwe einen Global Grant. Über diesen werden phasenweise Mikrokredite an Communities in Malawi ausgegeben, mit denen sie die beiden Projekte „nachhaltige Landwirtschaft“ und/oder „Bio-Holzkohle“ vor Ort umsetzen. „Durch die Kreditnahme entsteht einerseits Eigentumsgefühl, andererseits finanziert die Rückzahlung der Kredite mit einem geringen Zinssatz weitere Kredite für weitere Communities.“ So sei die Nachhaltigkeit des Projekts gewährleistet.

Lutterbach: „Wir befinden uns aktuell in der Fundraising-Phase für den Global Grant. Dementsprechend sind wir absolut dankbar für finanzielle Unterstützung jeglicher Art, da jeder Beitrag Großes bewirken kann – Veränderung durch Verantwortung.“

(red)