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Ausstellung der Wabe: Wie aus altem Schrott neue Designwunder entstehen

Ausstellung der Wabe : Wie aus altem Schrott neue Designwunder entstehen

Reif für die Tonne? Weit gefehlt. Die Wabe zeigt jetzt mit einer Ausstellung am Hof, wie aus alten Gebrauchsartikeln echte Hingucker mit neuem Nutzen werden.

Mit jeder Menge Kreativität und Fantasie haben Langzeitarbeitslose ausrangierte Gebrauchsgegenstände zu kleinen Designwundern umfunktioniert. In der Galerie S im Hof sind die Arbeiten nun in einer Verkaufsausstellung auf zwei Etagen zu bewundern.

Unten steht ein dreidimensionales Schachspiel, das alle Blicke auf sich zieht. „Die Figuren waren schon da“, erläutert Michael Vöpel, Fachanleiter bei der Wabe. Gemeinsam haben er und seine Leute sich Gedanken gemacht, welches Schachbrett für diese wirklich prächtigen Figuren angemessen sein könnte. Entstanden ist ein dreidimensionales Tischspiel mit einem schmiedeeisernen Fuß, das wirklich ein Hingucker ist.

In den Kreativ- und Recyclingwerkstätten der Wabe sind in der Vergangenheit jede Menge Objekte entstanden, die nun in einer Verkaufsausstellung unter dem Titel „Neu-fair-Wert“ präsentiert werden. Ausrangierte Möbel und Materialien wurden zu erstaunlichen Kompositionen zusammengesetzt. Fachanleiter Michael Freialdenhoven setzt sich gerade auf einen Barhocker mit einem Geflecht aus alten Fahrradreifen als Sitzfläche. Er greift zur Gitarre, die mit einer leicht zu öffnenden Halterung am Hocker befestigt ist. „Das ist in der Tat was für Musiker“, sagt er: Da lässt sich prima spielen, und die Gitarre kann man dann problemlos abstellen.

In der Tat lädt jedes einzelne Stück ein, sich in aller Ruhe damit zu befassen. Nils Böshagen und Hubert Beier zum Beispiel lassen in den Kreativwerkstätten der Wabe am Freunder Weg ihrer Fantasie freien Lauf. Beier war am Schachbrett beteiligt, Böshagen erzählt von einer Bank, die er derzeit in der Werkstatt baut. Sie soll ein Pendant zu einer Sitzgelegenheit in der Verkaufsausstellung werden. „Nur noch viel schöner“, sagt er.

Gerade Menschen, die lange arbeitslos sind und dabei möglicherweise das Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten verloren haben, sollen in den Kreativ- und Recyclingwerkstätten der Wabe neues Selbstbewusstsein und neuen Lebensmut finden. Laut Dagmar Offermann, Geschäftsführerin der Wabe, funktioniert das sehr gut.

Vertreterinnen und Vertreter aus dem Aufsichtsrat und dem Vorstand der Wabe sowie Bürgermeisterin Hilde Scheidt waren zur Eröffnung gekommen und zeigten sich sichtlich beeindruckt von den präsentierten Arbeiten. „Die Menschen gehen in den Werkstätten nicht nur einer sinnvollen Beschäftigung nach, sondern sie setzen auch noch ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft“, hob Offermann hervor.

Die Verkaufsausstellung „Neu-fair-Wert“ in der Galerie S am Hof kann noch bis Sonntag, 4. September, besucht werden.