Amnesty zur Menschenrechtserklärung: Wenn Rechte mit Füßen getreten werden

Amnesty zur Menschenrechtserklärung : Wenn Rechte mit Füßen getreten werden

Es war der 10. Dezember 1948 in Paris, als die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte unterzeichnete. Dieses Jahr wird das über siebzigjährige Bestehen der Erklärung gefeiert. Auch von der weltweit aktiven Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Die Organisation möchte nun durch eine Fotoausstellung den runden Geburtstag der Menschenrechtserklärung feiern und an ihre Bedeutung und Geschichte erinnern.

„Die Menschen freuen sich immer, wenn hier neue Impulse zu sehen sind“, erklärte Timotheus Eller, Pfarrer der City-Kirche, jetzt bei Eröffnung der Ausstellung. Wie wichtig es ist, die Bedeutung der Menschenrechte zu betonen, unterstrich auch Wulf Kellerwessel, Professor für Philosophie an der RWTH. Er hielt im Rahmen der Eröffnung einen Vortrag zur Geschichte der Menschenrechte. „Durch Nationalismus und Rechtspopulismus sind zentrale Menschenrechte, wie beispielsweise die Presse- und Meinungsfreiheit, stark gefährdet“, betonte Kellerwessel.

Gaby Stein, Vorstandssprecherin von Amnesty International, wies auf den fast zeitgleichen 70. Geburtstag des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland hin. Dieses habe „sehr viele Teile aus der Menschenrechtserklärung übernommen.“ Und obwohl wir eine solche Verfassung hätten, „verschlechtern wir unsere Situation durch gegenwärtige Tendenzen ziemlich“, mahnte Stein.

Doch nicht nur bei uns sei die Wahrung der Menschenrechte in Gefahr: „Allein im letzten Jahr kam es zu 690 Hinrichtungen“, unterstrich Stein im Hinblick auf Staaten, die nach wie vor die Todesstrafe anwenden würden. „Das sind 690 zu viel!“

Die Ausstellung in der City-Kirche weist allerdings nicht nur auf aktuelle Verfehlungen und Brüche mit den Menschenrechten hin. Anhand prägnanter historischer Ereignisse wie etwa den Bürgerrechtskämpfen um Martin Luther King, dem Fall der Berliner Mauer und dem Arabischen Frühling fächert die Ausstellung eine Vergangenheit auf, in der immer wieder um Menschenrechte gekämpft wurde. Und diese leider auch fortwährend fundamental verletzt wurden. „Es wird deutlich, dass unsere Arbeit leider weiterhin vonnöten ist“, sagte Stein in Bezug auf die Bemühungen von Amnesty International, die internationale Lage hinsichtlich der Achtung der Menschenrechte zu verbessern.

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