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1000 Gäste beim Bundeswehr-Biwak: Wenn die Hüpfburg neben der Panzerhaubitze steht

1000 Gäste beim Bundeswehr-Biwak : Wenn die Hüpfburg neben der Panzerhaubitze steht

Nach zweijähriger Corona-Zwangspause hat die Bundeswehr zum Biwak in die Lützow-Kaserne geladen. Über 1000 Gäste kommen. Hüpfburg, Fritten und Musik neben Panzern und Haubitzen gehören dazu.

Hunderte Tonnen militärisches Großgerät hat die Bundeswehr in der Lützow-Kaserne aufgefahren – darunter Panzer, Haubitzen, Bergekräne. Daneben steht eine Hüpfburg für Kinder; und die Zollkapelle spielt Schlager. Das ist die ungewöhnliche Szenerie beim traditionellen Biwak der Technischen Schule des Heeres (TSH). Über 1000 Gäste strömen zur Trierer Straße.

Der Kommandeur der TSH und General der Heereslogistiktruppen, Brigadegeneral Dirk Kipper, steht auf einem mit Tarnnetzen geschmückten Tieflader und begrüßt die Gäste. Dabei sind Soldatinnen und Soldaten, deren Angehörige, viele zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ausgesuchte Partner: etwa der Aachener Feuerwehrchef Jürgen Wolff und Polizeipräsident Dirk Weinspach. „Wir möchten allen Danke sagen. Wir freuen uns, dass dieses Biwak nach zweijähriger Pause wieder möglich ist“, sagt Kipper.

Auch die Caritas und das Technische Hilfswerk sind vor Ort. Und viele Kinder. Nicht nur die kleinen beobachten dann die „dynamische Waffenschau“. Es knallt, raucht. Ein gepanzerter Dingo wird von einem ebenso gepanzerten Bergekran „huckepack“ vor Hunderten Augenzeugen weggeschleppt – schnell, effizient und matarialschonend“, wie es heißt. Wer mag, kann auf einen Leopard-Panzer klettern oder sich eine Panzerhaubitze 2000, die ja gerade aus deutschen Beständen für den Ukraine-Krieg auf den Weg gebracht wird, von innen anschauen.

Die TSH mit ihren vier Kasernen in Aachen und Stolberg gilt als hochversierter Stützpunkt zum Testen und Reparieren von militärischem Großgerät. Auch in Sachen Ausbildung – etwa in Kooperation mit der Handwerkskammer Aachen – ist das sonst hinter den Kasernenmauern verborgene Militärgeschäft eng mit der Stadt und vielen Bürgerinnen und Bürgern verknüpft. General Kipper knüpft an die Tradition an, dieses militärische „Innenleben“ auch für – ausgesuchte – Außenstehende zu öffnen.

Wer an technischen Details der Kriegsmaschinerie interessiert ist, kann an Dutzenden Tiefladern, Panzern, Haubitzen, Sattelschleppern, Panzerwagen, geländegängigen und schwimmfähigen Spezialfahrzeugen Fragen stellen. Die Expertinnen und Experten der Bundeswehr antworten freundlich und geduldig.

Dass etwa ein Kampfpanzer Leopard 2A7V satte 66,5 Tonnen Gefechtsgewicht auf die Waage bringt, 61 Stundenkilometer schnell ist und sich durch gut zwei Meter tiefes Wasser graben kann, gehört zu den Details. Dass man angesichts eines Kriegs in Europa auf tödlichen Waffen mit Biergläsern anstößt und daneben Clowns auf Kinderhüpfburgen lachen, ist hier für Militärkreise kein Widerspruch.