Bewohnerparkzone Burtscheid: Wenn Anwohnerparken, dann richtig

Bewohnerparkzone Burtscheid : Wenn Anwohnerparken, dann richtig

Die Powerpoint-Präsentation steht. Auch wenn Detlef Höhne und Norbert Werker einen Moment lang schon kurz davor waren, sämtliche Folien und Schaubilder in den digitalen Papierkorb zu werfen. Doch so schnell bringt die beiden Männer eben nichts aus der Ruhe. Zeigen werden sie ihre Präsentation also doch.

Dienstagabend, wenn in der Hauptschule Burtscheid das Bürgerforum tagt (18 Uhr, Malmedyer Straße 12) und über die Bewohnerparkzone BU2 gesprochen wird. In der Hoffnung, dass die Politik nicht nur ihre Bedenken, sondern vor allem auch ihre Lösungsvorschläge ernst nimmt.

Bitte nachjustieren! Nach Ansicht von Norbert Werker (l.) und Detlef Höhne ist der Parkdruck in Burtscheider Straßen wie der Dr.-Hahn-Straße schon jetzt groß. Abhilfe schaffen könnte ein neuer Zuschnitt und die Einführung einer Zone BUx (kleines Bild). Foto: Andreas Schmitter

Ernst genommen fühle sich Werker prinzipiell schon. Auch wenn er sich schon etwas gewundert habe, dass der Finanzausschuss am Dienstag bereits um 17 Uhr die finanziellen Weichen für die Errichtung der neuen Bewohnerparkzone in Burtscheid stellen soll. Genau eine Stunde bevor er und seine Mitstreiter die Fraktionen davon überzeugen wollen, ebenjene Zone nicht wie von der Verwaltung vorgeschlagen zu beschließen. „Man hat uns versichert, dass nur über die Bereitstellung der Kosten abgestimmt wird und dies keine direkten Auswirkungen auf die Inhalte der weiteren Entscheidung hat“, sagt Werker. Grund genug also, weiter an den Folien für die Powerpoint-Präsentation zu werkeln.

Dabei sind Werker und Höhne nur indirekt von den Plänen der Verwaltung betroffen. Nach aktuellem Stand wird sich die Zone BU2 von der Michaelsbergstraße und Friedrich-Ebert-Straße im Norden bis zur Kapellenstraße und Rathenauallee im Süden erstrecken. Nur einen Steinwurf von den jeweiligen Straßen, in denen Werker und Höhne wohnen, entfernt. Dass es genau deshalb bei ihnen in Zukunft eng wird, ist die Befürchtung, die sie stellvertretend für zahlreiche weitere Anwohner rund um die Dr.-Hahn-Straße teilen. „Wir wären dann der Parkplatz für alle Pendler“, befürchtet Werker. Und das, obwohl schon jetzt zahlreiche Mitarbeiter, Schüler und Studenten der nahegelegenen Fachhochschule, der Katholischen Hochschule und der Käthe-Kollwitz-Schule ihr Blech in den schmalen Randstraßen abstellen.

Vom Verdrängungseffekt besonders stark betroffen wären nach Meinung der Anwohner der nördliche Teil der Straße Kalverbenden, die Dr.-Hahn-Straße, die Coudenhovestraße, der südliche Teil der Luise-Hensel-Straße, der Forster Weg und die Karl-Marx-Allee. „Es wurde bei der Datenerhebung zur Einführung der Bewohnerparkzone BU2 lediglich der Parkdruck in der angedachten Zone BU2 untersucht. Die Untersuchung berücksichtigte jedoch weder die gleich strukturierten Randgebiete, noch die Auswirkungen der Bewohnerparkzonen auf diese Randgebiete“, heißt es dazu in einer Zusammenfassung der Bedenken.

Die indirekt betroffenen Anwohner haben drei Lösungsansätze erarbeitet, von denen sie eine favorisieren: So könne die bestehende und relativ kleine Bewohnerparkzone BU1, die aktuell an der Dammstraße endet, bis zur Viehofstraße/Friedrich-Ebert-Allee erweitert werden. „Diese Zone würde dann gleichartige mehrgeschossige Bebauung mit teilweise gewerblichen Nutzungen umfassen“, so der Vorschlag. Die Bewohnerparkzone BU2 könne dann wiederum von der Abteistraße und der Von-Pastor-Straße bis zur Coudenhove-straße ausgeweitet werden. In einem weiteren Schritt wäre die Errichtung einer möglichen Zone BUx bis zum Alleering möglich.

Eine „Chance“ für die Anwohner

Dass dies grundsätzlich möglich ist, hat eine erneute Prüfung der Abgrenzung durch Verwaltung ergeben. Dass sich diese die Mühe gemacht hat, die Vorschläge zu prüfen, freut Werker und Höhne. Dass die Verwaltung dennoch in ihrer Vorlage für den Finanz- und Mobilitätsausschuss vorschlägt, die Bewohnerparkzone BU2 nach den bestehenden Plänen zu errichten, stößt bei ihnen allerdings auf Verwunderung. Sie hoffen nun im Bürgerforum, das sie als „Chance“ begreifen, die Politik auf ihre Seite zu ziehen. Den Rückhalt der Nachbarschaft haben sie. „Die Solidarität im Viertel ist groß“, sagt Höhne und stellt klar: „Wir sind nicht für oder gegen die Bewohnerparkzone. Wir wollen einfach, dass sie richtig gemacht wird.“ Vielleicht klappt es ja mit der entsprechenden Präsentation.

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