Aachen: Weltfest will vor allem die Jugend ansprechen

Aachen : Weltfest will vor allem die Jugend ansprechen

Wie schwer es ist, große Visionen zu verwirklichen, wissen wenige so gut wie Jürgen Jansen. Er ist Vorstandsmitglied im Komitee des Weltfestes, das in diesem Jahr zum 28. Mal am 30. August stattfindet.

„Die Leute fragen uns manchmal, was wir in den vergangenen Jahren erreicht haben. Und ja, es stimmt, es ist nicht unbedingt sehr viel“, erklärt Jansen. Dennoch ist er der Überzeugung, dass das „Eine Welt Forum Aachen“ — Veranstalter des Weltfests — seine Daseinsberechtigung verdient hat. „Gewisse lokale Erfolge“ seien zu sehen — und man solle ja bekanntlich vor der eigenen Haustüre anfangen.

Beim „Eine Welt Forum“ handelt es sich um einen Zusammenschluss von Vereinen, Gruppen und Initiativen. Die Mitglieder arbeiten zu unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten, darunter zur Förderung der Menschen- und Kinderrechte. Das Weltfest wird stets als jährliches Highlight auf die Beine gestellt und ist als Fest im Wortsinn zu verstehen — wenngleich es auf „schwerer Kost“ basiert. Das weiß auch Jansen: „Es geht uns hier nicht nur darum, Probleme zu besprechen und zu diskutieren.“ Mindestens genauso wichtig sei, dass Familien angesprochen werden könnten und das Weltfest zu einem Ort der Begegnung werde. „Wie bei vielen anderen Organisationen ist bei uns der Altersdurchschnitt relativ hoch“, bekennt Jansen. Ein Ziel ist deshalb auch die Ansprache Jugendlicher.

Aus Verantwortung Visionen wagen

Das Motto des Weltfestes lautet 2014 „Aus Verantwortung Visionen wagen“. Der Grund: Nach Ansicht des „Eine Welt Forums“ fehlt es bei vielen Konflikten und Gefährdungen in der ganzen Welt an praktikablen Ansätzen und Ideen. Das Besondere am diesjährigen Fest: Es fällt zusammen mit dem 30-jährigen Jubiläum des Bestehens des „Eine Welt Forums“. Damit spiegelt das Motto die Intention wider, die die Verantwortlichen seit der Gründung verfolgen.

Geändert hat sich in den letzten 30 Jahren wenig. „,We have a dream, we live that dream‘ — dieses Motto von Martin Luther King gilt für die Mitglieder des Forums vor drei Jahrzehnten genauso wie heute“, sagt Mona Pursey, Promotorin für entwicklungspolitische Bildungsarbeit. Eines der Kernprojekte war in der Vergangenheit das 2006 aufgebaute Bündnis „FAIRhandel(n)“. Es brachte Aachen nicht zuletzt die internationale Auszeichnung „Fairtrade-Stadt“ ein. Finanziert wird das Weltfest auch in diesem Jahr von öffentlicher Seite, den Kirche und natürlich dem Verband selbst. Schirmherr ist Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Begleitet wird das eine Weltfest in diesem Jahr von einem Rahmenprogramm, das bereits am Samstag, 23. August, beginnt. Dann lädt der Verein um 19 Uhr zu einem politischen Kabarett ins Welthaus, An der Schanz 1, ein. Am Sonntag, 24. August, referiert Prof. Dr. Heiner Biefeldt zum Thema „Religionsfreiheit — Ein anachronistisches Menschenrecht?“. Beginn der Veranstaltung ist um 12 Uhr bei Logoi, Jakobstraße 25a.

Am Samstag, 30. August, wird schließlich im und rund um das Welthaus das Weltfest gefeiert. Start ist um 14 Uhr, Highlight ist ein Talk um 14.45 Uhr unter der Moderation von Dr. Jürgen Jansen. Bis 20.30 Uhr steht ein buntes Kulturprogramm auf der Agenda. Die Veranstalter weisen besonders daraufhin, dass der Eintritt zu allen Veranstaltungen frei ist.