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Aachen: Weltfest: Die Probleme sind nach zehn Jahren noch da

Aachen : Weltfest: Die Probleme sind nach zehn Jahren noch da

Es reicht ein kurzer Blick in die alten Aktenordner in ihrem Büro und Dr. Mona Pursey, Promotorin für entwicklungspolitische Bildungsarbeit des „Eine Welt Forums“, stellt fest, dass sich in den vergangenen zehn Jahren weder die Themen noch die herrschenden Probleme verändert haben.

„Fairer Handel, Menschenrechte, Klimafragen oder auch die Nachhaltigkeit sind Inhalte, mit denen wir uns schon vor zehn Jahren beschäftigt haben — die aber nach wie vor aktuell sind“, erzählt Pursey. Dabei hat sie bereits das 30. Weltfest am 2. Juli im Blick.

Das Jubiläum, das derzeit von einem Programm bis zum 9. Juli gerahmt wird, nehmen sie und die anderen Akteure innerhalb des Netzwerkes zum Anlass, einen Rückblick zu wagen ohne dabei das Hier und Jetzt aus den Augen zu verlieren. Damit das Bewusstsein der Menschen für die globalen und entwicklungspolitischen Themen weiterhin geschärft wird, steht das Weltfest unter dem Motto „Unser Name ist Mensch“.

Vier Wörter, hinter denen sich eine klare Botschaft versteckt, wie Mitorganisator des Festes, Jürgen Jansen, betont: „Was uns alle vereint ist das Menschsein, auf dem basierend alle einen Anspruch auf Gleichberechtigung und Gleichbehandlung haben. Es ist unser aller Aufgabe, dieses gleichberechtigte Menschsein zu bewahren und dort wieder herzustellen, wo es gefährdet ist. Und das kann auch im Kleinen geschehen.“

Bisher haben in den letzten 30 Jahren der Weltfest-Ära gut 12.000 Menschen das Fest besucht, über 100 Veranstaltungen sowie 150 Auftritte fanden mal auf großen, mal auf kleinen Bühnen statt und über 700 Aussteller haben die Menschen über ihre Arbeit informiert. Der Informationsgedanke soll auch weiterhin im Fokus der Verantwortlichen stehen. Podiumsdiskussionen, Lesungen, Ausstellungen und Workshops verfolgen das Ziel, auf Probleme und Missstände aufmerksam zu machen.

„Es gibt viel zu viele globale Verlierer in unserer Welt und oftmals scheitert der Schritt vom Wissen zum Handeln“, ergänzt Pursey. Deshalb haben die Besucher auf dem Weltfest die Möglichkeit, direkt vor Ort mit den verschiedenen Organisationen ins Gespräch zu kommen und zudem die Geschichte des Weltfestes innerhalb einer Ausstellung Revue passieren zu lassen.

Die kleinen Besucher können mit Naturmaterialien ihre eigenen Werke anfertigen, während ihre Eltern orientalische Tanzeinlagen auf der Bühne verfolgen oder bei einem veganen Kochkurs die Möglichkeiten einer völlig tierfreien Essenzubereitung kennen lernen.

Das Programm ist wie jedes Jahr bunt und vielfältig und wird wohl auch in Zukunft so bleiben. Allerdings betonen Pursey und Jansen mit ernstem Ton: „Wenn unsere Arbeit überflüssig wäre und es keine sozialen und ökologischen Ungleichheiten mehr geben würde, wäre unser Job getan und die Ziele wären erreicht.“ Das 30. Weltfest findet am 2. Juli von 14 bis 21 Uhr im Welthaus an der Schanz 1, statt.