Weiterhin Personalengpässe im Straßenverkehrsamt

Umstrukturierung im Straßenverkehrsamt Würselen : Die Zielmarke ist noch lange nicht erreicht

Es gibt Situationen im Leben, in denen Geduld gefragt ist – viel Geduld mitunter. Wer in den vergangenen Jahren das Straßenverkehrsamt aufgesucht hat, kann das mit hoher Wahrscheinlichkeit bestätigen.

Veraltete Technik und ein permanenter Personalmangel haben dafür gesorgt, dass der Kunde, der in der Behörde an der Carlo-Schmidt-Straße in Würselen bedient werden wollte, viel Zeit mitbringen musste.

Seit 2016 geht die Städteregion das Problem nun gezielt und mit ziemlich hohem Aufwand an. Basierend auf den Ergebnissen der Untersuchungen einer Unternehmensberatung, deren Kern ein 37 Punkte umfassender Maßnahmenkatalog ist, wird versucht, die Zustände schrittweise zu verbessern – für die Bürger und auch für die Mitarbeiter. Zu den markanten Neuerungen, die es seitdem gegeben hat, zählen ein Online-Terminbuchungssystem und eine neue Aufrufanlage, die Anfang Oktober 2017 in Betrieb genommen wurden, sowie das in diesem Juli eröffnete Callcenter.

Allesamt sind sie nach Aussage der Städteregion sehr gut angenommen worden und haben für einen besseren Service gesorgt. Wirklich zufriedenstellend ist die Situation aber längst noch nicht. Das offenbaren nicht nur die Rückmeldungen aus Kundenkreisen, sondern auch der aktuelle Lagebericht, den die Verwaltung dem Ausschuss für Personal und Informationstechnik am nächsten Mittwoch vorlegen wird.

Wartezeiten wieder länger

Nach wie vor weit entfernt von dem Ziel, das nach der externen Analyse ausgegeben worden war, ist das Straßenverkehrsamt demnach vor allem bei der personellen Ausstattung: Die Zahl der Stellen soll in der Summe auf 90,59 ausgebaut werden, tatsächlich lag sie zum 31. August aber nur bei 82,42. Das mag auf den ersten Blick relativ wenig sein, macht sich aber bei dem mit weitem Abstand am stärksten frequentierten Amt der Städteregion deutlich bemerkbar.

So sind die durchschnittlichen Wartezeiten bei der Zulassungsstelle in den ersten acht Monaten dieses Jahres gegenüber 2017 sogar wieder – markant – gestiegen: von 29 auf 39 Minuten.

Als Grund für den anhaltenden personellen Engpass führt die Verwaltung „permanente Fluktuation“ und einen „Präsenzausfall“ von mehr als 20 Prozent an. Langzeiterkrankungen, Mutterschutz, Elternzeit, Reha-Maßnahmen und Versetzungen führen demnach dazu, dass die Bemühungen um eine weitere personelle Aufstockung immer wieder Rückschläge erhalten. Zudem, so die Verwaltung, würden personelle Ressourcen durch die laufenden Umstrukturierungs- und Umbaumaßnahmen gebunden. Eine Prognose, wann das Soll von 90,59 Stellen nun tatsächlich erreicht werden kann, gibt es derzeit nicht.

Mitarbeiterbefragung vertagt

Konkreter wird die Verwaltung derweil bei der angekündigten Umfrage zur Kundenzufriedenheit. Ein Projektteam, bestehend aus Mitarbeitern der Verwaltung und der Fachhochschule Aachen, hat dazu ein Konzept und einen Fragenkatalog entwickelt. Beides wird in Kürze zum Tragen kommen: Umfragen sollen am 10. Dezember und am 6. Januar stattfinden.

Auf das Meinungsbild der Mitarbeiter wird hingegen noch länger gewartet werden. Zwar sind auch hierzu die Vorbereitungen nahezu abgeschlossen. Auf Anregung des Personalrates wird die Umfrage aber erst 2020 realisiert . Bis dahin hofft die Städteregion, alle 37 Maßnahmen im Straßenverkehrsamt umgesetzt zu haben – die dauerhafte personelle Verstärkung inklusive.

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