Weihnachtscircus in Aachen: Clownerie und Straßenkünstler-Action

Weihnachtscircus in Aachen : Clownerie und Straßenkünstler-Action

Der Weihnachtscircus schlägt in diesem Jahr zum vierten Mal in Aachen seine Zelte auf. „Printissimo“ lautet dieses Mal das Motto. Und Meike Schütte, Pressesprecherin des Veranstalters, versichert: „Das Programm wird speziell für Aachen zusammengestellt, damit touren wir nicht durch Deutschland. Ist hier Schluss, trennen sich alle.“

Erst gut eine Woche vor der Premiere sieht Regisseur Thomas Bruchhäuser die Akrobaten. Dann ist es seine Aufgabe, aus der internationalen Mischung und den jeweiligen Kunstfertigkeiten eine dynamische Inszenierung zu gestalten. „In sechs Tagen soll der Ablauf stehen“, erzählt er. „Das wird turbulent, zumal sich die einzelnen Künstler gar nicht kennen und ich die jeweilige Mentalität beachten muss. Franzosen reagieren anders als Akrobaten aus der Mongolei.“

Schwerpunkte werden dieses mal Clownsnummern unterschiedlicher Ausprägung sowie Akteure sein, die man im „Urban Circus“ als sportliche Straßenkünstler entdeckt hat. „Das sorgt für spannende Akzente, denn es sind Könner, die ursprünglich nichts mit dem Zirkus zu tun hatten.“

Bruchhäuser ist zum Beispiel gespannt auf den niederländischen Basketballer Michael van Beek, der zum sportlichen Jongleur avancierte, oder Naoto, den zweifachen Weltmeister im Yoyo. Eine multikulturelle Truppe soll beweisen, dass Fitness am Reck durchaus zirkustauglich sein kann. Modisch interessant soll es beim Illusionisten „Jidini“ (Frédéric René Schulz) werden, der die Kostüme für seine Assistentinnen von angesagten Labels und von der Schneiderin entwerfen lässt, die normalerweise die Frauen im Pariser Lido einkleidet.

Die weiteste Anreise haben die Akrobaten der Truppe Erdene, die mit ihren Schleuderbrettern aus der Mongolei kommen. Tiere im Zirkus? Die Macher beim Aachener Weihnachtscircus haben im britischen Tiertrainer Pat Clarisson einen Partner gefunden, der Rettung mit Unterhaltung verbinden will: Seine vier Hunde stammen aus Tierheimen und machen, so die Veranstalter, ihren Job als „Hot Dogs“ in der „Wau-Schau“ eher spielerisch.

Pantomime „Monsieur Momo“ das stille Spiel für sich entdeckt. In Aachen durfte er am Dienstag sein Schweigen brechen. Der junge Komiker aus Niedersachsen, der während der gesamten Vorstellung das Publikum freundlich und wortlos betreut, hat in Hannover die Clownsschule besucht. „Ich bin staatlich anerkannter Clown“, sagt der Mann mit Melone und Sockenhaltern, für den der Weihnachtscircus eine Premiere ist. „In Varietés und auf Kleinkunstbühnen bin ich sehr oft, ein Publikum das rundum zuschaut, wird neu für mich sein“, sagt „Momo“ Timo Lesniewski. Sein Text für den Auftritt ist überschaubar: „Magic“.

An seiner Seite am Dienstag beim Fototermin vor dem Aachener Dom steht das beflügelte Engelchen Antonia Claßen, die gerade ihr Abitur gemacht hat. Sie ist als Botschafterin für das Zirkusfestival von Hückelhoven unterwegs, bei dem vom 2. bis 4. Oktober wieder Jugendliche aus schulischen Zirkus-Sport-Gruppen ihr Können unter Beweis stellen. Die Besten dürfen sich beim Weihnachtscircus unter die internationalen Profis mischen. Antonia, die mit ihrer Gruppe „Rope-Skipping“ zeigt, was man aus dem schlichten Seilchen-Springen alles machen kann, ist mit Begeisterung dabei. Aber einen Zirkuskarriere? „Nein, ich möchte studieren“, meint sie lächelnd.

Nicht nur weihnachtlich, sehr bunt soll es werden, dafür sorgt unter anderem das Duo Idols mit dem russischen Paar Alexey Turchenko und Yulia Makeeva, die bereits mit dem Cirque du Soleil auf Tournee waren. „Wir sind ein Zirkus für die ganze Familie, so gestalten wir das Programm, das Abwechslung braucht“, versichert Manager Thomas Merz.

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