Aachen: Weg zum Bus mit Ärger gepflastert

Aachen: Weg zum Bus mit Ärger gepflastert

Aus der Tür hinaus, einige Meter die Straße hinunter und dann rein in den Bus. Bisher war das für die Bewohner des AWO-Seniorenheims an der Bayernallee der einigermaßen bequeme Weg, um schnell ins Stadtzentrum zu gelangen. Mit dem neuen Fahrplan der Aseag wird sich das ab dem 10. Dezember jedoch ändern — sehr zum Unmut der Senioren.

Künftig hält der Bus in Richtung Stadt an der Haltestelle Rathenauallee nämlich auf der gegenüberliegenden Straßenseite, wo es kein Wartehäuschen, wenig Platz und viel Ärger gibt.

Mit dem Fahrplanwechsel werden nämlich auch die Routen einiger Linien verändert — so auch jene der Linie 21, die dann vom Bushof über Burtscheid zum Friedhof Lintert und wieder zurück fährt. „Dann steigen hier nur noch die Leute ein, die gerne nach Lintert fahren, und alle, die in die Stadt wollen, müssen die Straßenseite wechseln“, klagt Anwohnerin Gisela Bannwarth. Für sie und die anderen älteren Leute aus dem Seniorenheim, die nicht mehr allzu gut zu Fuß sind, sei das ein Problem. Zudem sei dort schlicht zu wenig Platz für die vielen Fahrgäste, die täglich aus dem benachbarten Kindergarten, den Schulen, dem Studentenwohnheim und den Hochschulen dort auf den Bus warten.

Karin Liljegren vom Fachbereich Verkehrsplanung der Stadt Aachen sieht hingegen die Vorteile der geänderten Fahrtrichtung. „Durch die bessere Anfahrt der Busse an den Bordstein ist der barrierefreie Einstieg an allen Bustüren gewährleistet.“ An der jetzigen Haltestelle sei dies durch die Einbuchtung nicht immer der Fall, was Bannwarth wiederum bestreitet. Die Senioren hätten auch an alter Stelle keinerlei Probleme beim Einstieg, da die Lücke zwischen Bus und Bordstein ebenfalls nur sehr schmal sei.

Beim Platz hingegen könne es an der Haltestelle, ab der künftig die Linie 21 in Richtung Zentrum fahren soll, tatsächlich Schwierigkeiten geben, so Kai Mohnen vom Fachbereich Verkehrsplanung. Darum werde nun eine Verlegung der Haltestelle auf eine der Freiflächen vor der Käthe-Kollwitz-Schule geprüft. Im Bedarfsfall, so betont er, könne dort nach Bewilligung und Planung schon im Laufe des kommenden Jahres eine neue, größere Haltestelle entstehen.

Ein weiterer Kritikpunkt der Senioren ist zudem die Taktung des neuen Fahrplans in den Abendstunden nach 20 Uhr. Ab dann fährt nämlich nicht mehr wie vordem jede halbe Stunde ein Bus in die Stadt und von dort zurück, sondern nur noch stündlich. Damit sei eine Teilhabe am kulturellen Leben in der Stadt kaum noch möglich, klagen sie. „Wir werden hier noch einmal prüfen, ob in den Abendstunden nicht eine engere Taktung ermöglicht werden kann“, erklärt Rainer Lewandowski von der Aseag dazu. Das alleine reicht den Senioren von der Bayernallee nicht.

„Wir fühlen uns hier am Stadtrand übergangen und werden uns gegen diese Linienplanung wehren — notfalls vor Gericht“, mahnte Wortführerin Gisela Bannwarth. Rund 300 Unterschriften hat sie dazu schon gesammelt und mit ihrem Einsatz nun zumindest erreicht, dass das Thema beim Mobilitätsausschuss der Stadt Aachen auf die Tagesordnung kommen soll.