„We, The Six Millions“ im Couven-Gymnasium zeigt Helden von Auschwitz

Ausstellung im Couven-Gymnasium : Ein stiller Held von Auschwitz

Wenn sich Schüler im Geschichtsunterricht mit dem Nationalsozialismus befassen, sind die Ereignisse der damaligen Zeit, die im Schulbuch beschrieben werden, oft weit weg. Seit November macht daher eine Wanderausstellung an einigen Schulen in der Städteregion Station, die die Vergangenheit näher und greifbarer machen möchte.

Die Ausstellung „We, The Six Million“ beleuchtet die Lebenswege von Opfern der Shoah aus dem westlichen Rheinland. Sie wurde vom Institut für Katholische Theologie gemeinsam mit Studierenden konzipiert. Als nächstes wird sie im Couven-Gymnasium zu sehen sein.

Die Schule im Aachener Süden hat die Eröffnung der Ausstellung am 18. Juni zum Anlass genommen, um zu einer besonderen Veranstaltung unter dem Titel „Fredy Hirsch-Abend“ einzuladen. Hirsch besuchte von 1926 bis 1931 die Hindenburg-Oberrealschule, aus der das heutige Couven-Gymnasium hervorging. Als homosexueller Jude flüchtete er 1935 ins Exil in die Tschechoslowakei. Nachdem er später ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurde, rette er dort vielen Kindern das Leben, indem er der SS einen Kinderblock mit etwas verbesserten Verpflegungs- und Hygienebedingungen abtrotze.

„Wir möchten das Leben und Wirken von Fredy Hirsch durch die multimediale Ausstellung ins Gedächtnis rufen“, sagt Dr. Jürgen Nendza. Der Schriftsteller und Lehrer für Philosophie und Literatur am Couven-Gymnasium hat sich ausgiebig mit Hirsch befasst. So hat er etwa maßgeblich an einer Sendung über ihn im Deutschlandfunk mitgewirkt. Bei der Veranstaltung am 18. Juni werden Zeitzeugenberichte und O-Töne herangezogen, um Hirschs Lebensweg nachzuzeichnen. Auch Filmsequenzen seiner Biographie aus der Reihe „ZDF-History“ werden gezeigt. Anschließend sollen bei einer Podiumsdiskussion Schüler mit Lehrern ins Gespräch kommen. „Wir wollen über den Umgang mit der NS-Zeit und über moderne Phänomene wie Rechtspopulismus reden. Die Schüler sollen auf ihre Verantwortung im Erwachsenenalter vorbereitet werden“, so Nendza.

Die Ausstellung „We, The Six Million“ wird danach für zwei Wochen am Couven-Gymnasium zu sehen sein und verfolgt ein klares didaktisches Konzept: Schülergruppen ab der 7. Klasse sollen im Rahmen des Geschichtsunterrichts die Ausstellung besuchen. „In einem Wettbewerb können die Schüler dann eigene Beiträge zu Opfern der Shoah aus der Aachener Region leisten, die innerhalb von Projekttagen erarbeitet werden“, erklärt Rainer Herrmann, Geschichtslehrer am Couven-Gymnasium.

Bei der Abschlussveranstaltung der Wanderausstellung im kommenden November werden dann die besten Beiträge der verschiedenen Schulen ausgezeichnet.