Wasserrohrbruch macht Lokalen an der Pontstraße schwer zu schaffen

Wasser meterhoch im Bierkeller : Der Rohrbruch in der Pontstraße nervt die Wirte

Der Rohrbruch in der Pontstraße macht vielen Lokalen und Geschäften den ganzen Mittwoch zu schaffen zu schaffen. Es ist nicht der einzige im Stadtgebiet: Auch in Friesenrath muss der Netzbetreiber Regionetz ein Leck beseitigen.

Beim Blick in den Bierkeller schwante Mirja Keßler Böses. „Einen Meter tief standen die Bierfässer im Wasser“, erzählt Keßler am Mittwoch. Sie ist Betreiberin des „Sowiso“ in der oberen Pontstraße, und die nasse Überraschung am Dienstag war erst der Anfang des Malheurs. Ein Wasserrohrbruch war schuld, dass im „Sowiso“ der Keller geflutet wurde, zahlreiche Restaurants, Kneipen, Läden und Privatwohnungen danach aber buchstäblich auf dem Trockenen saßen.

Einige konnten bereits Mittwochvormittag wieder mit Wasser versorgt werden, wenn auch mit verminderter Druckleistung. Für die Bewohner und Beschäftigten von rund zehn Häusern allerdings floss auch am Mittwoch viele Stunden lang kein Tropfen aus der Leitung. Eimerweise konnten sich die Betroffenen das kostbare Nass zumindest aus einem Standrohr am Straßenrand zapfen.

An einen Rohrbruch hatte Mirja Keßler am Dienstag zunächst gar nicht gedacht, als sie die nasse Bescherung in ihrem Bierkeller entdeckte. Sie alarmierte einen Installateur, der den Keller auspumpen ließ. „Aber das Wasser lief weiter in Strömen rein“, erzählt sie. „Da war klar: Das muss ein Rohrbruch sein.“ Um weitere Schäden und weitere Überschwemmungen zu verhindern, kappte der Bereitschaftsdienst des Netzbetreibers Regionetz am Abend die Wasserversorgung für insgesamt rund zwei Dutzend Häuser zwischen der Kirche Heilig Kreuz und dem Ponttor.

Im Keller entdeckte MIrja Keßler die Überschwemmung. Foto: ZVA/Margot Gasper

Nicht alle Gebäude in dem Gebiet waren betroffen. Das Lokal „Tangente“ etwa liegt in einer anderen Druckzone. Dort floss weiter Wasser aus dem Hahn. Deshalb habe man den umliegenden Haushalten aushelfen können und auch die Toiletten des Lokals zur Benutzung zur Verfügung gestellt, erzählt Michelle Nießen, die in der „Tangente“ arbeitet.

Solche Hilfe der Nachbarn hat auch Mirja Keßler im „Sowiso“ dankbar angenommen. „Wir sind eine Sports Bar“, sagt sie, „und am Dienstagabend spielten die Bayern gegen Piräus. Da war die Bude voll.“ Man habe den Möglichkeiten entsprechend zumindest einen Notbetrieb aufrechterhalten, bilanziert Keßler am Mittwoch – und blickt ein wenig besorgt dem Abend entgegen. Dann gibt es mit Dortmund gegen Inter Mailand den nächsten Fußball-Kracher in der Champions League. Und für Lokale, in denen man Fußball gucken kann, sind das umsatzstarke Abende. „Wenn wir da Einbußen haben, dann ersetzt uns das keiner“, sagt Keßler.

Mike Moosmayer kann am Mittwochnachmittag vorsichtig aufatmen. „Die Häuser von Heilig Kreuz aus gesehen auf der rechten Seite sind wieder vollständig mit Wasser versorgt“, teilt der Netzmeister von Regionetz mit. Entwarnung also auch fürs „Sowiso“.

Bereits mittags haben die Tiefbauer eine undichte Stelle gefunden und repariert. Ein zweites Leck ist am Nachmittag ebenfalls lokalisiert, die Arbeiten ziehen sich bis in den Abend hin. Unter anderem ist ein Saugbagger im Einsatz, der das Erdreich wie ein großer Staubsauger aus dem Boden schafft.

Am Standrohr versorgen sich den Tag über unter anderem die Beschäftigten einer Bäckerei-Kette eimerweise mit Wasser. Die Kaffeemaschine könnten sie unter diesen Umständen nicht in Betrieb nehmen, erzählen sie. „Das sind riesige Umsatzeinbußen. Einige Esslokale haben am Mittwoch gar nicht erst aufgemacht. „Geschlossen wegen Wasserschaden“ steht auf handgeschriebenen Zetteln an den verschlossenen Türen. Und im Friseursalon „diesein“ muss an diesem Mittwoch auch mit gebremstem Schaum gearbeitet werden. Einige Termine habe man verschieben müssen, erzählt eine Mitarbeiterin. Ohne Wasser ist Haargestaltung eben schwierig.

Mirja Keßler fragt sich unterdessen, ob alles wirklich so langwierig sein muss. „Natürlich kann so ein Rohrbruch passieren“, sagt sie. „Aber warum konnte ein Notdienst nicht bereits in der Nacht anfangen zu arbeiten? Dieses riesige Leck betrifft doch ganz viele Betriebe hier.“ Dazu erklärt eine Regionetz-Sprecherin, die Tiefbaufirma im Bereitschaftsdienst sei in der Nacht bereits bei einer anderen Störung im Einsatz gewesen.

Auch am Friesenrather Weg sitzen am Mittwoch einige Haushalte auf dem Trockenen. Wegen eines Wasserrohrbruchs muss den Häusern 26-98 und 57-61 das Wasser um 2.30 Uhr abgestellt werden. Auch hier ziehen sich die Arbeiten den ganzen Tag über hin.

Entwarnung gibt es erst um 20.15 Uhr: Die Versorgung sei in allen Bereichen wiederhergestellt worden, heißt es seitens der Regionetz.