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Nabu Aachen zählt Insekten: Was krabbelt da, und wenn ja, wie viele?

Nabu Aachen zählt Insekten : Was krabbelt da, und wenn ja, wie viele?

Unter dem Motto „Zählen, was zählt“ startet der Nabu Aachen vom 29. Mai bis zum 7. Juni sowie vom 31. Juli bis zum 9. August innerhalb des Citizen Science-Projektes „Insektensommer“ erneut eine große Insektenzählung. Wie gut kennen Sie sich mit Insekten aus? Testen Sie ihr Wissen!

Der Nabu engagiert sich seit Jahren für den Schutz von Insekten. Diese sind unverzichtbar für Menschen und die gesamte Natur: 90 Prozent der Pflanzen werden durch Insekten bestäubt, und doch liegen über die meisten der 33 000 Insektenarten in Deutschland noch keine Daten vor. Gleichzeitig zeigen Studien, dass Insekten in Deutschland insgesamt deutlich zurückgehen, heißt es in einer Pressemitteilung des Nabu. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind nur einige Gründe für den Insektenschwund.

Deshalb sollen jetzt Freiwillige die Insekten in ihrer Umgebung beobachten und zählen. Die Regeln zum Mitmachen sind dabei ganz einfach: „Ziel des Insektensommers ist es, auf die enorme Bedeutung der Insekten aufmerksam zu machen und für den Schutz dieser Tiergruppe zu sensibilisieren“, sagt Nabu-Insektenexperte Martin Knörzer. Beobachten und zählen kann man fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang. Die gezählten Insekten werden dann bei www.insektensommer.de gemeldet oder auch über die kostenlose Nabu-App „Insektenwelt“, die es für IOS und Android gibt. Diese enthält zusätzlich über 120 in Deutschland häufige vorkommende Arten, falls man sich doch mal nicht so sicher ist, was da wirklich vor einem her krabbelt.

„Der optimale Tag, um viele Insekten zu sehen, ist ein sonniger, warmer, trockener und windstiller Tag. Eine gezielte Erkundungstour ist für jeden schon auf kleinstem Raum möglich, wie zum Beispiel der Blick in die Blumentöpfe“, so Monika Nelißen, freiberufliche Umweltbildnerin und aktiv im Arbeitskreis Bienen des Nabu Aachen.

Egal ob Blattlaus, Fliege oder Schmetterling ­– jeder Sechsbeiner soll gemeldet werden. Auf 16 in Deutschland häufig vorkommende Arten soll dabei aber besonders geachtet werden. Darunter sind vier Tagfalter (Admiral, Tagpfauenauge, Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs), drei Wildbienen (Ackerhummel, Steinhummel, Holzbiene), zwei Käfer (Asiatischer Marienkäfer, Sieben-Punkt-Marienkäfer) zwei Wanzen (Lederwanze, Streifenwanze), die Hainschwebfliege, die Florfliege, die Blutzikade und die Blaugrüne Mosaikjungfer als Libellenart sowie das Grüne Heupferd als Laubschrecke. Einige der häufigsten Insektenarten werden ebenfalls auf www.insektensommer.de vorgestellt.

Neu in diesem Jahr ist die Entdeckungsfrage. Seit ungefähr 20 Jahren lebt der Asiatische Marienkäfer schon in Deutschland. Mit Hilfe der Freiwilligen will der Nabu herausfinden, wie weit sich die invasive Art verbreitet hat und ob der Asiatische Marienkäfer oder der heimische Siebenpunkt-Marienkäfer häufiger zu finden ist.

Die Daten der Zählaktion Insektensommer werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom Nabu ausgewertet und zeitnah veröffentlicht. Der Insektensommer findet dieses Jahr zum dritten Mal statt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich 18.000 Menschen mit über 7.300 Beobachtungen.

(red)