1. Lokales
  2. Aachen

VHS-Ausstellung: Was die Wende bis heute mit den Menschen in Ostdeutschland macht

VHS-Ausstellung : Was die Wende bis heute mit den Menschen in Ostdeutschland macht

„Umbruch Ost. Lebenswelten im Wandel“ ist der Titel einer neuen Ausstellung in der Volkshochschule Aachen.

In der Volkshochschule Aachen an der Peterstraße wird ab Montag, 24. Oktober, eine Ausstellung zum Alltag der deutschen Einheit seit 1990 gezeigt. Unter dem Titel „Umbruch Ost. Lebenswelten im Wandel“ werden Umbruchserfahrungen, die in der ostdeutschen Gesellschaft bis heute fortwirken, thematisiert.

Die Schau präsentiert zeitgenössische Bilder namhafter Fotografen wie Daniel Biskup, Paul Glaser, Harald Hauswald und Ann-Christine Jansson. Die Ausstellungskonzeption sowie -texte stammen vom Historiker und Publizisten Stefan Wolle. Zeitzeugeninterviews des Norddeutschen Rundfunks, die über QR-Codes abgerufen werden können, sowie Infografiken zur deutschen Einheit vom Hamburger Unternehmen Statista ergänzen die Schau.

Die Ausstellung wirft Schlaglichter auf 30 Jahre deutsche Einheit. Im Zentrum stehen dabei die Umbruchserfahrungen der Ostdeutschen. Die Schau thematisiert auf 23 Tafeln mit Bildern und Texten die Erwartungen und das Vertrauen, das die Ostdeutschen mit der Wiedervereinigung verbunden hatten. Sie ruft die innerdeutsche Solidarität und Hilfsbereitschaft in Erinnerung.

Die Schau erzählt von den Neuanfängen und Aufbrüchen, wie auch vom Willen, die SED-Diktatur aufzuarbeiten. Sie dokumentiert laut Volkshochschule „die Verzweiflung, die mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch und dem Anstieg der Arbeitslosigkeit einherging und die Verlusterfahrungen und Ängste, die die 1990er Jahre in Ostdeutschland prägten“.

Themen sind die Gleichzeitigkeit von Sanierung und Rückbau der ostdeutschen Städte, die Situation der Frauen und Familien, eine Jugendkultur zwischen Techno, Punk und Rechtsradikalismus.

Zur Eröffnung am 24. Oktober um 19 Uhr sprechen Holger A. Dux, (VHS) und Elke Seefried, Lehrstuhl für Geschichte der Neuzeit an der RWTH Aachen. Im Anschluss wird Ralph Jessen, Lehrstuhl für Neuere Geschichte am Historischen Institut der Universität zu Köln, eine Einführung in die Ausstellung geben. Jessen, geboren 1956 in Schwerin, ist nach Stationen an der TU Berlin und am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung seit 2002 Professor für Neuere Geschichte am Historischen Institut der Universität zu Köln.

In seinen Forschungen hat sich Ralph Jessen intensiv mit der deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts beschäftigt und dabei unter anderem Studien zur Geschichte von Polizei und Sozialdisziplinierung, zum Verhältnis von Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit und vor allem zur Sozialgeschichte der DDR vorgelegt. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und gilt als einer der profiliertesten Kenner der DDR-Geschichte.

Weitere Infos unter www.vhs-aachen.de

(red)