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Sechs Boote, eine Aktion: Warum Plastikmüll auf dem Hangeweiher schwimmt

Sechs Boote, eine Aktion : Warum Plastikmüll auf dem Hangeweiher schwimmt

Die Jogger und Spaziergänger am Hangeweiher staunten am Samstag nicht schlecht: Sechs Boote vollgepackt mit gelben Müllsäcken schipperten hier auf dem Wasser und dienten so als Mahnmal.

„So viel Plastikmüll verursacht eine vierköpfige Familie in einem Jahr“, sagte Richard Goßen, Clubmeister Rotary Club, mit Blick auf die schwimmende Müllkolonne. Gemeinsam mit Rotaract und dem Aachener Umweltverein „Everwave“ haben die Rotarier diese Aktion zum Weltumwelttag auf die Beine gestellt.

„Denn das Problem ist nach wie vor akut“, sagt Mia Parker, Everwave. Aber auch wenn die Flut an Plastikmüll, die wir Tag für Tag produzieren, überwältigend sei, gebe es immer auch Grund zur Hoffnung, sagt sie. „Man kann viel ausrichten“, ist sie überzeugt. Statt Flüssigseife oder Shampoos lieber die feste Variante in Seifenform wählen, rät sie beispielsweise. Auch bei der Wahl der Flaschen sollte man demnach Alternativen zum Plastik im Auge behalten. Und damit auch schon die jüngsten mit dem Thema Umwelt vertraut gemacht werden, hat sich Everwave etwas Besonderes einfallen lassen.

Mit dem „EmergenSEA KIT“, einem speziellen Umweltkoffer für Grundschulen und für die Sekundarstufe 1, wollen die Umweltaktivisten schon bei den Jüngsten dafür sorgen, dass sich Themen wie Meeresschutz, Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit in den Köpfen verankern. Umweltbildung ist ein zentrales Thema bei Everwave. Zum anderen sorgen Aktivisten mit dem Müllsammelboot „Collectix“ dafür, dass der Plastikmüll schon in den Flüssen abgefischt wird, und so gar nicht erst in die Meere gelangt. Dass sie nun eine Vielzahl von gelben Müllsäcken gleichsam auf dem Hangeweiher aussetzen, kam bei den Spaziergängern offensichtlich gut an.

Die konnten sich an einem Stand über Everwave und seine Aktionen informieren, und eben auch erfahren, wie und wo jeder einzelne Plastik einsparen kann. Der Rotary Club unterstützt die Aktionen des Umweltvereins, indem er beispielsweise den Inhalt der Umweltkoffer für die Schulen finanziert. Und am Hangeweiher präsentierten alle gemeinsam auch die blauen Rucksäcke, die vielfältig eingesetzt werden können und Plastiktüten überflüssig machen wollen. „Wir haben sie in Anlehnung an die blauen Seesäcke entwickelt“, sagt Mia Parker.

Sie ist überzeugt, dass in Sachen „Plastikmüll“ viel erreicht werden kann. „Wichtig ist der Zusammenhalt der Menschen“, betont sie. „Wenn die verstehen, warum das, was wir tun, so wichtig ist, dann ist viel gewonnen“, sagt sie. An einem Strang zu ziehen und gemeinsam zu arbeiten, hält sie also für besonders wichtig. „Ich stehe vor allem deshalb hundertprozentig hinter unserem Projekt, weil es ganzheitlich gedacht ist“, sagt sie noch.

„Werde Teil der Welle, die unsere Meere rettet“: Mit diesem Slogan wirbt Everwave um Mitstreiter. Laut Umweltverein landen jedes Jahr mehr als 11 Millionen Tonnen Plastik in den Meeren. Dazu kommt noch die Belastung durch Mikroplastik. Das habe nicht nur verheerende Auswirkungen auf das Leben unter Wasser, sondern auf die gesamte Umwelt. Höchste Zeit also, um nach Lösungen zu suchen und Veränderungen anzuleiern, meinen die Aktivisten.