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Sorge vor Katastrophenfall: Warum noch keine Jodtabletten verteilt werden

Sorge vor Katastrophenfall : Warum noch keine Jodtabletten verteilt werden

Der Krieg in der Ukraine lässt die Nachfrage nach Jodtabletten ansteigen. Stadt und Städteregion wollen nicht wie im Herbst 2017 Jodtabletten vorab ausgeben. Warum nicht?

Der Krieg in der Ukraine hat auch in Deutschland Sorgen vor einer Nuklearkatastrophe geschürt. Die Nachfrage nach Jodtabletten ist nach Angaben der Apothekerkammer gestiegen. In diesem Zusammenhang weisen Stadt und Städteregion Aachen darauf hin, dass sie mittlerweile über eine „gute Versorgungsstruktur mit zentral vom Bund beschafften und in den Kommunen vorgehaltenen Tablettenkontingenten“ verfügten.

Diese sichere im Ernstfall eine zügige Verteilung an die Bürgerinnen und Bürger. „Die Verteilstellen sind auf die einzelnen Kommunen der Städteregion und innerhalb des Stadtgebietes Aachen so verteilt, dass sie gut erreichbar sind“, heißt es in der Pressemitteilung. Alle Kommunen hätten jeweils eigene Verteilkonzepte entwickelt. Die Verteilstellen sollen im Ernstfall über die Medien bekanntgegeben werden.

Eine erneute Vorverteilung der Jodtabletten, wie sie im Herbst 2017 mit Blick auf die belgischen Kernkraftwerke Tihange und Doel erfolgte, bewerten Stadt und Städteregion nicht als sinnvoll. Damals haben rund 135.000 Menschen das Angebot angenommen, um sich im Ernstfall selbst zu versorgen. Die Packungen der damals ausgegebenen Tabletten geben als Ablaufdatum Dezember 2021 an.

Die Jodtabletten, die von Stadt und Städteregion jetzt für den Katastrophenschutz vorgehalten werden, verfügen laut Presseamt über kein Verfallsdatum. „Sie werden regelmäßig stichprobenartig auf ihre Wirksamkeit überprüft und unterliegen nicht der Medikamentenverordnung, die standardmäßig – wie bei den vorverteilten Tabletten in 2017 – ein Ablaufdatum vorsieht.“

Sollten im Einzelfall Personen weiterhin ein Interesse an Kaliumiodidtabletten haben beziehungsweise ihre abgelaufenen Tabletten ersetzen wollen, weisen Stadt Aachen und Städteregion Aachen darauf hin, dass diese über die Apotheken kommerziell zu erwerben seien. Experten warnen jedoch eindringlich davor, Jodtabletten vorsorglich einzunehmen. Stattdessen sollen die nur nach entsprechender Aufforderung der Katastrophenschutzbehörde eingenommen werden. Weitere Informationen zum Thema gibt es unter www.jodblockade.de.

(red)