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Baustelle Büchel: Warum jetzt Autos durch die Fußgängerzone rollen sollen

Baustelle Büchel : Warum jetzt Autos durch die Fußgängerzone rollen sollen

Durch die Fußgängerzone vom Büchel bis zur Peterstraße darf jetzt jeder mit seinem Auto fahren. Die vormals reine Baustellenstraße, die den Dahmen- und Holzgraben quert, wurde für alle geöffnet. Für Einzelhändler und Kundschaft verschärft das die Lage.

Wer etwa aus dem Tommy Hilfiger Store, eigentlich in einer Fußgängerzone an der Ecke zum Dahmengraben gelegen, vor die Tür tritt, muss aufpassen, dass er nicht von einem Auto überfahren wird. Die Stadt hat die ehemalige Baustraße, die eigentlich nur zum Abtransport des Parkhaus-Abrissschutts von schweren Lastern befahren werden sollte, für alle Verkehrsteilnehmer freigegeben.

Der Grund ist eine andere Baustelle, wie das städtische Presseamt auf Nachfrage mitteilt: Ein privater Investor errichtet zwischen Großköln- und Kleinkölnstraße ein Wohn- und Geschäftshaus. Schweres Material wird über die Kleinkölnstraße zur Baustelle geliefert, weshalb die Kleinkölnstraße montags bis freitags von 6 bis 11 Uhr gesperrt ist.

Der Kfz-Verkehr – darunter viele Privat-Pkw und Lieferfahrzeuge – darf nun über die Umleitungsstrecke an der Büchel-Baustelle vorbei, dann durch die ehemalige Fußgängerzone und schließlich auf die Peterstraße rollen. Täglich bilden sich hier an der provisorischen Baustellen-Ampelanlage Staus.

Probleme machen aber auch die Parkhaus-Ausfahrt gegenüber dem Apag-Parkhaus Blondelstraße, der schleppende Baustellen-Fortgang und der damit verbundene Dreck und Krach. Unter den Einzelhändlern und anliegenden Gastronomen mehren sich kritische Stimmen. „Ich hatte fünf Monate zu, es muss hier endlich vorangehen“, sagt etwa Gastronom Kio Solgi, dessen „Restaurant Büchel“ direkt an der Großbaustelle liegt. „Die Städtische Entwicklungsgesellschaft Sega ist sehr bemüht, wirklich sehr freundlich. Aber das dauert hier alles viel zu lange und geht in erster Linie auf unsere Kosten“, sagt er. Kundschaft und Gäste blieben aus, die Verluste seien immens.