Aachen: Warnstreik: Stillstand und verschlossene Türen

Aachen: Warnstreik: Stillstand und verschlossene Türen

Ring frei für die nächste Runde: Bevor am Sonntag, 15. April, in Potsdam die dritte Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst eingeläutet wird, wollen die Gewerkschaften Verdi und Komba den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Zwar findet die zentrale Verdi-Kundgebung am Dienstag in Köln statt. Doch der Warnstreik wird auch in Aachen für zahlreiche verschlossene Türen sorgen.

Gewerkschaftssekretär Mathias Dopatka rechnet damit, dass sich ebenso viele Kollegen an dem Warnstreik beteiligen wie vor knapp drei Wochen. Damals waren mehr als 2000 Menschen in einem Protestzug durch die Stadt marschiert. Die Kollegen von der Komba machen sich indes am Mittwoch mit schätzungsweise 600 Mitgliedern auf den Weg nach Bonn. An beiden Tagen dürften also etliche Einrichtungen geschlossen bleiben.

Welche Bereiche sind vom Warnstreik betroffen?

Neben Kitas und offenen Ganztagsschulen dürften unter anderem erneut Bibliotheken und „bürgernahe“ Einrichtungen vom Warnstreik betroffen sein. Wie die Stadt am Montag mitteilte, wird man in der Ulla-Klinger-Halle voraussichtlich am Dienstag und Mittwoch keine Bahnen schwimmen können. Die Schwimmhalle Süd ist wahrscheinlich Dienstag geöffnet und am Mittwoch geschlossen.

Stillstand gilt auch bei der Aseag. Die rund 230 Aseag-Busse bleiben am Dienstag wohl alle im Depot. Die Auftragsunternehmen sind indes voraussichtlich nicht vom Warnstreik betroffen — sie stellen rund 240 Busse. Auch die gewohnten Öffnungszeiten des Kundencenters an der Ecke Peterstraße/Schumacherstraße können am Dienstag nicht gewährleistet werden. Die Service-Hotline der Aseag ist unter Telefon 1688-3010 erreichbar. Am Mittwoch sollen die Busse ab Dienstbeginn wieder planmäßig fahren.

Welche Kitas bleiben geschlossen?

Das ist die Preisfrage. Da sich die Gewerkschaften naturgemäß nur ungern in die Karten schauen lassen, kann die Stadt nicht mit Sicherheit sagen, welche Kitas Dienstag und Mittwoch geschlossen bleiben. Deshalb habe der Fachbereich Kinder, Jugend und Schule seit Freitag die städtischen Kitas abtelefoniert, um zu klären, in welchen Einrichtungen man voraussichtlich Notgruppen einrichten kann, sagte Rita Klösges vom städtischen Presseamt. Eltern wurden in einem Brief darum gebeten, sich auf den Warnstreik einzustellen und vorsorglich andere Betreuungsmöglichkeiten für ihr Kind zu suchen.

Vor allem am Dienstag werden Eltern die Auswirkungen des Warnstreiks spüren. Von 56 städtischen Kitas bleiben voraussichtlich 38 geschlossen, in zwölf Einrichtungen werde man einen Notdienst einrichten. Von den neun offenen Ganztagsschulen, die die Stadt betreibt, bleibt laut Presseamt wohl eine komplett geschlossen, in einer weiteren wird eine Notgruppe eingerichtet.

Deutlich weniger rote Warnstreik-Zettel werden am Mittwoch an den Eingangstüren hängen, wenn die Komba zum Streik aufruft. Laut Presseamt bleiben voraussichtlich vier Kitas geschlossen, während in neun Einrichtungen zumindest noch eine Notbetreuung angeboten wird. Bei den offenen Ganztagsschulen wird lediglich eine mit reduziertem Personal arbeiten. Die anderen sind wie gewohnt geöffnet. Kitas und offene Ganztagsschulen, die von freien Trägern wie beispielsweise der AWO oder der Caritas betrieben werden, sind vom Streik nicht betroffen.

Die Kita meiner Tochter bleibt am Dienstag geschlossen. Kann ich sie in einer anderen Kita mit Notbetreuung abgeben?

Nein. Aus pädagogischen Gründen stehen die Notgruppen ausschließlich den Kindern zur Verfügung, die die entsprechende Kita sowieso besuchen. „Das Kind wäre sonst in einer völlig fremden Umgebung, das möchten wir nicht“, betonte Rita Klösges.

Und wie sieht das mit dem Müll aus?

Mülltonnen können am Dienstag getrost in Keller, Garage und Hinterhof bleiben. Geleert werden sie Dienstag nämlich im gesamten Stadtgebiet nicht. Anders als beim letzten Warnstreik müssen die Aachener jedoch nicht zum Teil mehrere Wochen auf ihrem Abfall sitzen bleiben. Wie der Stadtbetrieb am Montag mitteilte, wird die Leerung bereits am Mittwoch nachgeholt. Dadurch verschieben sich auch alle anderen Termine um einen Wochentag nach hinten. Die eigentlich für Mittwoch vorgesehene Leerung erfolgt also am Donnerstag und so weiter. Nächste Woche finden die Leerungstermine wieder wie im Abfallkalender kommuniziert statt.

Auch der Sperrmüll wird am Dienstag nicht abgeholt. Das soll, heißt es seitens der Pressestelle, noch in dieser Woche nachgeholt werden. Darüber hinaus bleibt am Dienstag auch der Recyclinghof an der Kellershaustraße geschlossen.

Mehr von Aachener Zeitung