Aachen: Wanderausstellung: In der ganzen Welt und Eilendorf

Aachen : Wanderausstellung: In der ganzen Welt und Eilendorf

„Die Hoffnung auf eine neue Heimat und zugleich die totale Erschöpfung“ — die Bezirksbürgermeisterin Eilendorfs, Elke Eschweiler, beschreibt den Ausdruck und Moment des Titelbilds der Ausstellung „41.000 Kilometer — Flüchtlinge an den Grenzen Europas“. Diese ist in Eilendorf zu sehen.

Es sind Momente, die der Pulitzerpreisträger Daniel Etter in seinen Fotos und seiner Ausstellung dokumentiert. Der gebürtige Solinger ist ein international renommierter Fotojournalist und Autor. Seine Fotos stammen aus Marokko, Libyen, Serbien, Griechenland und der Türkei. Nicht nur die New York Times illustrierte ihre Berichterstattung mit Etters Bildern, sie gingen während der Flüchtlingskrise um die ganze Welt.

Die Fotoausstellung mit 18 Werken von Daniel Etter ist eine Wanderausstellung, die im Rahmen des Programms „Quartiersmanagement Flüchtlingsintegration“ in den vier Quartieren Eilendorf, Aachen-Nord, Kronenberg und Richterich nacheinander zu sehen ist. Zu jeder Eröffnung an den jeweiligen Veranstaltungsorten gibt es ein Rahmenprogramm mit Vorträgen und einem Auftritt der Band „Bablyon Tamam“ mit geflüchteten Jugendlichen. In Eilendorf ist die Flüchtlingsausstellung bis zum 22. Februar im Bezirksamt am Heinrich-Thomas-Platz zu besichtigen.

„Jeder Flüchtling hat ein persönliches Schicksal“, sagte Elke Eschweiler. Man möchte mit der Ausstellung Verständnis und Akzeptanz erreichen, man dürfe nicht pauschalieren, sondern man müsse die persönliche Geschichte des Einzelnen beachten.

Der Quartiersmanager in Eilendorf, Michael Grein, initiierte die Ausstellung. Er hatte als ehemaliger Fotograf schon länger über soziale Netzwerke Kontakt mit Daniel Etter. „Etter ist ein Fotograf, der nicht nur plakative Katastrophenfotos zeigt, sondern den Menschen als Menschen und seine Persönlichkeit“, sagte Grein.

Das Programm des „Quartiersmanagement Flüchtlingsintegration“ ist eine lokale Anlaufstelle für Menschen in Aachen und kümmert sich um das Zusammenleben vor Ort mit Neuzugewanderten. Die Ausstellung ist ein Highlight dieses Programms und soll Begegnungsort zwischen Geflüchteten und Einheimischen sein. „Integration gelingt nur durch Begegnungen zwischen Menschen und im Endeffekt in den Quartieren, da sich dort die Begegnungen herauskristallisieren“, sagte Dana Duikers vom städtischen Fachbereich für Soziales und Integration. Ein Beispiel dafür ist die Aktion „Eilendorf kocht“ von Quartiersmanager Grein: Jeden Monat trifft sich jeder, der will — egal ob Flüchtling oder Einheimischer — und gemeinsam wird international gekocht. Beim letzten Mal haben über 100 Leute teilgenommen.

Strukturen sichern

Das vom Land geförderte Quartiersprogramm läuft Ende des Jahres aus, auch wenn die Beteiligten es lieber verlängern würden, ist ihr Ziel, dass sich bis dahin die geschaffenen Strukturen für das Zusammenleben gefestigt haben und von alleine funktionieren.

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