Vorfahrt für Windkraft: Aseag gelobt Besserung

Vorfahrt für Windkraft: Aseag gelobt Besserung

Es kommt immer auf den guten Einstieg an. Das gilt nicht nur für Texte jeder Art, das gilt — gemäß selbstgewähltem Slogan — auch für die Aseag. Dass die sich im Moment ein bisschen schwer mit „gut“ tut, ist nicht nur an dieser Stelle entsprechend gewürdigt worden.

Ein — zumindest temporärer — Ausstieg aus der Kundenzufriedenheit ist wohl eher die traurige Wahrheit. Spaßig ist dabei, dass nicht nur besagte Kunden zum Beispiel ein Problem mit dem eTicket haben. Diese Woche gab es Kunde von einem Busfahrer, der einen eTicket-Inhaber im Bus mit den Worten begrüßte: „Watt is datt denn...?“ Ein Einzelfall, klar doch. Gespannt ist man, was denn Aseag-Chef Michael Carmincke zu der Liste der Misslichkeiten denkt. Im Aufsichtsrat, der die ganze Sache als „saublöd gelaufen“ qualifizierte, soll der oberste Öcher Busfahrer ja versprochen haben, dass derlei Pannen nicht mehr vorkämen. Ein paar Worte dazu in der Öffentlichkeit hätte man sich aber auch gewünscht, oder?

Was dem Hamster in Aachens Nordwesten zumindest partiell gelungen ist, mochte der Waldschnepfe im Süden unseres Städtchens nicht glücken: Projekte aufschieben oder im — aus Hamster- und Schnepfensicht gesehen — besten Fall verhindern. Beim Gewerbegebiet Avantis sollen die niedlichen Nager ja mächtig Sand ins Getriebe geschüttet haben. Aber obwohl der Schnepfenvogel als „windkraftsensibel“ eingestuft wird, kannten die Verwaltungsrichter keine Gnade. Die Stadt darf den Windpark im Münsterwald bauen. Der Münsterwald stelle eben nicht ein besonders schützenswertes Gut dar, befanden die Verwaltungsrichter sehr zum Unwillen der Bürgerinitiative „Rettet den Münsterwald“. Jetzt bläst ihnen der Wind ins Gesicht, doch sie wollen dessen Richtung wieder drehen. Ein Sprecher kündigte bereits an, dass man wohl in Berufung gehen wolle. Schnepfe hin, Schnepfe her.

Auf Revoluzzerpfaden wandelt — eigener Aussage nach — in diesen Tagen der Geschäftsführer des Neuen Aachener Kunstvereins Ben Kaufmann. Es geht wieder einmal und richtigerweise um die Finanzierung der sogenannten freien Kultur. Warum die „frei“ heißt, weiß kein Mensch. Vielleicht, weil sie angesichts eher schmaler Alimentierung frei von größerer Entfaltungsmöglichkeit ist. Kaufmann sprach sich dafür aus, Kulturfinanzierung noch einmal grundsätzlich auf den Prüfstand zu stellen. Was auch nicht neu ist. Aber dass das immer wieder wiederholt wird zeigt, dass sich in der Causa bisher wenig getan hat.

Die Woche in Aachen: Da muss zum Abschluss ein großes Geburtstagsfest ausfallen. 117 Jahre wird die Alemannia heute alt, aber leider ist die Fete — sprich das Spiel gegen Viktoria Köln — abgesagt. Jetzt wird im kleinen Kreis ab 12 Uhr im Klömpchensklub angestoßen. In diesem Sinne: schönes Wochenende!