Aachen: Vor erstem Heimspiel: Aufbruchstimmung beim Nostalgie-Klub

Aachen: Vor erstem Heimspiel: Aufbruchstimmung beim Nostalgie-Klub

Eine Portion Ehrgeiz ist unüberhörbar, wenn Timo Skrzypski — gesprochen „Skripski“ — das Thema Dauerkarten anspricht. Denn auch wenn die Partie der Alemannia gegen Rot-Weiß Essen erst Ende Oktober ansteht, so will der neue Geschäftsführer den Essenern ungern einen ersten Etappensieg überlassen — den der meistverkauften Dauerkarten.

RWE hat die 4000er-Marke am Donnerstag geknackt, bei der Alemannia sind bislang 3800 Fans im Besitz des saisonalen Entrees. „Wäre doch toll, wenn wir gleichziehen könnten.“ Aber auch so ist der Geschäftsführer mehr als zufrieden, konnte die Zahl der Dauerkarten vor dem ersten Heimspiel (Samstag, 14 Uhr, gegen Mönchengladbach II) im Vergleich zur Vorsaison doch um 1000 gesteigert werden.

Die Vorfreude auf den Heimspielstart der Regionalliga West ist enorm, denn auch der Vorverkauf der Tageskarten lässt die Herzen der Alemannen höher schlagen. Gestern Abend waren insgesamt bereits 7000 Tickets abgesetzt. So traut sich Skrzypski zur Aussage: 12.000 Zuschauer wären toll, mit 11.000 wäre ich zufrieden, darunter wäre enttäuschend.“ Die verteilen sich auf die Blöcke W1 und W2, S1 bis S6, den Gäste- und Businessbereich sowie O4 bis O6. „Wir haben aber O3 bereits freigeschaltet“, deutet Ticketmanager Lutz van Hasselt an, dass man für weiteren Zulauf gerüstet ist, wenn ab 12.30 Uhr die Tore geöffnet werden.

Wieviele Fans dann bereits das neue Fan-T-Shirt tragen werden, ist offen. Es findet aber großen Anklang und ist Teil der neuen Kampagne „Alte Neue Liebe“, die bei der Saisoneröffnung präsentiert wurde. Van Hasselt und Alemannias Pressesprecher Lars Kröger haben positive Reaktionen auf die Aktion erhalten, die Tradition und Gegenwart kombiniert. Sie ziert Shirts und vor allem die Stadion-Zeitung „Tivoli Echo“, die ab sofort einen Euro kostet, aber auch Neues bietet.

Im Design der „Alten Neuen Liebe“ halten die Trainer-Legende Michel Pfeiffer und sein aktueller Nachfolger Christian Benbennek im zeitgenössischen Outfit auf den Titelblatt den Ball hoch. Dem jetzt 90-jährigen Pfeiffer ist eine Geschichte gewidmet, zudem gibt es jetzt auch eine Fan-Seite, die mal von der Fan IG und mal von der Fan-Betreuung gestaltet wird.

Eine neue Personalie gibt es zum Start: Dimitri Bodnar, aus dem Münsterland stammend, kümmert sich jetzt verantwortlich um das Merchandising und um die Umsetzung der Ideen, die Skrzypski entwickelt hat: Reaktivierung des Online-Shops, Ausbau des Vertriebsnetzes und des Fan-Angebotes. „Alemannia muss wieder greifbar werden, die Kampagne muss mit Leben gefüllt werden“, formuliert der kaufmännische Geschäftsführer die Herausforderung.

Die Eintrittspreise sind auf den ersten Blick gleich geblieben, de facto aber etwas günstiger, denn durch die Auf- und Abstiegsregelung ist ein Klub mehr in der Liga und somit sehen die Zuschauer auch ein Heimspiel mehr. Kinder bis einschließlich elf Jahre haben zudem in Begleitung Erwachsener freien Eintritt.

Dann geht es noch um die Wurst, die verteufelt gut sein müsste, denn der neue Versorger Stadionwurst heißt „Wurstteufel“ — für Fleischfreunde ein zustätzlicher Appetitmacher auf einen Stadionbesuch.

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