Vor dem Pokalspiel gegen Leverkusen: Alemannia-Fans stehen Schlange

Tickets sehr gefragt : Eine erste Welle von Pokalfieber ist ausgebrochen

Erinnerungen werden wach an selige Zeiten, als die regionalen Fußballfans plötzlich alle bei der Alemannia Mitglied oder Dauerkarteninhaber werden wollten. Das war um die Saison 2005/06. Alemannia hatte die 1. Bundesliga im Blick und war im Pokal eine echte Spaßtruppe.

Der alte Tivoli fasste gut 21.000 Zuschauer und Tickets waren Mangelware. Die Pokalknüller mit den entsprechenden Ergebnissen zeigten Wirkung. Der sicherste Weg zum Ticket war eben die Mitglied­schaft oder die Dauerkarte – oder im besten Falle beides.

Das ist zwar lange her und doch wieder aktuell, denn die Pokalpartie der Alemannia am Samstag, 10. August, um 15.30 Uhr gegen Champions League-Teilnehmer Bayer Leverkusen bringt einen Hauch der glorreichen Zeit zurück. „Wir haben jüngst in kurzer Zeit 250 Dauerkarten verkauft“, freut sich dementsprechend Alemannia-Geschäftsführer Martin vom Hofe. Die Schallgrenze von 2500 ist mit aktuell 2600 erreicht und die Gesamtzahl der verkauften Saisontickets vom Ende der letzten Saison bereits übertroffen.

Am vergangenen Montag konnte vom Hofe endlich mal wieder eine Schlange vor der erweiterten Kasse im Fanshop im Tivoli beobachten. Da war offizieller Auftakt des Vorverkaufs, der in drei Phasen abläuft. Das Mitglied mit Dauerkarte kann maximal fünf Tickets für den Pokalknüller erwerben: den eigenen reservierten Stammplatz, zwei weitere als Dauerkarteninhaber sowie zwei weitere als Mitglied. Entsprechend ist der Vorverkauf durchgestaffelt.

Treue solle belohnt werden, sagt der Geschäftsführer und ergänzt sofort, dass sich ein Top-Zuschlag nicht gehöre. Es gelten die Preise wie bei den Meisterschaftsspielen. Denn auch wenn der Pokal momentan in den Fokus rücke, dürfe die Saisonvermarktung nicht hinten runter kippen. Was vielleicht in besonderem Maße für die Logen gelte, denn die sind offensichtlich besonders gefragt. „Die sind im Grunde ausverkauft“, bilanziert Martin vom Hofe. Noch warte er auf Entscheidungen von letzten Inhabern, die natürlich ein Vorrecht auch für den Pokal hätten. Bezeichnenderweise wird bereits geprüft, den VIP-Bereich, der ans Spielcasino abgetreten werden musste, durch eine temporäre Lösung im direkten Stadionbereich zu kompensieren. Ideen werden geschmiedet, sind aber noch nicht spruchreif.

Das Team um vom Hofe und Ticketmanager Lutz van Hasselt arbeitet derzeit auf der letzten Rille, denn auch mit Blick auf die kommende Regionalligasaison befindet man sich in der arbeitsreichsten Phase. Oder wie vom Hofe es in eine Metapher kleidet: „Wir sind wie Eichhörnchen, die jetzt ihre Nüsse vergraben und im Laufe der Saison ernten.“ Dass es dabei auch immer wieder fremde Online-Portale gibt, die zu heftig überhöhten Preisen Tickets anbieten, bringt die Geschäftsführung kaum zusätzlich aus der Ruhe: „Die werden schon seit Monaten angeboten, ohne dass Tickets da sind“, bleibt Martin vom Hofe gelassen. Die Sache sei beim Anwalt und Schluss. In der Tat locken diverse Portale damit, dass angeblich nur noch wenige Karten zu haben seien und annoncieren angebliche Kontingente zudem zu deutlich überhöhten Preisen.

Auch wenn mitunter etwas Geduld gefragt sei – Alemannia bleibe der richtige Ansprechpartner. Wer sein Ticket per E-Mail bestellt hat, bekommt dieses per Post zugeschickt. Aber auch hier gilt: Geduld haben, denn der Versand muss mit dem bestehenden Personal über die Bühne gebracht werden. Nachfragen per E-Mail wären nachvollziehbar, beschleunigten die Sachen aber nicht. Schließlich sei man immer noch ein Viertligist, bitten die Verantwortlichen um Verständnis.

Geschäftsführer Martin vom Hofe kennt diese Situation von seinen früheren Stationen. Und schon jetzt sei eine sehr positive Stimmung rund um die Alemannia auszumachen. Insgeheim hofft der Geschäftsführer sogar, dass gar keine Tickets mehr in den freien Verkauf kommen, dann wäre das Stadion zum ersten Mal seit rund viereinhalb Jahren ausgebucht. „Vielleicht mit einem positiven Effekt für die Liga“, hofft vom Hofe, „vielleicht denkt ja doch der ein oder andere, dass es sich auch in der Meisterschaft lohnt, doch nochmal zum Tivoli zu gehen.“

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