„Tonarten einer Stadt“: Von Händel und Liszt bis zum Malteserkeller

„Tonarten einer Stadt“ : Von Händel und Liszt bis zum Malteserkeller

Musik lag in der Luft bei der Vorstellung des neuen Bandes der Schriftenreihe der stadthistorischen Sammlung Crous des Aachener Karnevalsvereins (AKV).

„Große Namen wie Händel, Liszt und Mozart waren eng mit der Aachener Musikgeschichte verknüpft. Von der Kirchenmusik über den Jazz bis hin zur Gegenwart hat unsere Stadt musikalisch viel zu bieten“, erklärte AKV-Präsident Werner Pfeil.

Nachdem man sich in der Schriftenreihe bereits mit der Justiz, dem Reisen und nicht realisierten Bauprojekten befasst habe, sei nun die Musik an der Reihe. Dafür konnte Pfeil den Fachmann Lutz Felbick gewinnen. Der Aachener Dozent, Chorleiter und Musiker ist Herausgeber und Mitautor des neuen Werks „Tonarten einer Stadt“.

Zur Vorstellung des neuen Buchs, das den Bogen von der karolingischen Musik am Hof Karls des Großen bis zur turbulenten Aachener Jazzszene spannt, hielt er einen begeisternden Einführungsvortrag. „Über Musik zu reden ist eigentlich wie zu Architektur zu tanzen. Aber es geht. Meine fünf Mitautoren und ich beleuchten die Stadtgeschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln von der Zeit Karls des Großen bis heute“, erklärte Felbick.

Plädoyer für die Musikkultur

Mit dem Aachener Musiker Heribert Leuchter untermalte der Pianist seine Ausführungen sogar live, was das Publikum begeisterte. „Musik und damit die Kultur ist das Bindeglied unserer Gesellschaft. Wir brauchen mehr davon, denn das kulturelle Erbe macht uns zu einem reichen Land“, gab Leuchter ein Plädoyer für die Musikkultur ab.

„Große Namen wie der Dirigent Herbert von Karajan sind Aachen verbunden gewesen. Händel besuchte die Stadt 1737 und spielte in Burtscheid auf der Orgel. Und Mozart kam 1763 auf einer Europa-Tournee nach Aachen. Sein Vater Leopold dokumentierte den Aufenthalt in der Nähe der Klangbrücke“, erklärte Felbick einige Episoden mit berühmten Namen.

Der farbenreichen Geschichte der Kirchenmusik widmete der Experte zusammen mit Norbert Jers ein großes Kapitel. Von der ältesten Orgel im Mittelalter über die durch die karolingische Schrift inspirierte Erfindung der Notenschrift bis hin zur Korrespondenz von Kaiser Karl dem Großen mit Alkuin über musikalische Fragen reicht das Spektrum. „Es ist schriftlich nachgewiesen, dass Karl sich für Tonarten interessierte“, verriet Felbick.

Der Aufbruch der Gesellschaft mit dem Jazz ist ein weiteres spannendes Kapitel der Aachener Musikgeschichte. Der Carlton Club und der Malteserkeller als einer der ältesten Jazzclubs in Deutschland sind hier zu nennen. Und das lebendige Chorleben und die heutige Großveranstaltung „Chorbiennale“ verankern die Musik mitten im Leben der Stadt.

„Unser Buch hat natürlich auch einige Anekdoten zu bieten und ist auch für musikalische Laien äußerst unterhaltsam“, betont Lutz Felbick. „Musik prägt bis heute die Stadt. Und wir setzen uns als regionales Geldinstitut gerne für die kulturelle Vielfalt in der Stadt ein“, betonte der Gastgeber, Sparkassenvorstand Norbert Laufs.

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