Gewerbegebiet Avantis: Von der Totgeburt zum Verkaufsschlager

Gewerbegebiet Avantis : Von der Totgeburt zum Verkaufsschlager

Die Idee galt jahrelang als Totgeburt, ihre Umsetzung geriet zum Millionengrab. Doch noch einer kompletten Neukonzeption entwickelt sich das grenzüberschreitende Gewerbegebiet Avantis zum Verkaufsschlager. Zurzeit wird dort eine riesige Vertriebshalle für den niederländischen Heizkörperhersteller Stelrad gebaut.

Die Baustelle sieht selbst aus großer Entfernung, aus der Vogelperspektive, noch gigantisch aus. Zahlen untermauern diesen Eindruck: Auf einem 40 000 Quadratmeter großen Grundstück - das entspricht ungefähr der Fläche von sechs Fußballplätzen - baut die belgische Heylen Group im deutsch-niederländischen Gewerbegebiet Avantis derzeit eine riesige Vertriebshalle. Dort soll ab dem kommenden Jahr die Produktion des niederländischen Heizsystemeherstellers Stelrad, der in Nuth jährlich rund 900.000 Radiatoren baut, umgeschlagen werden. Von Avantis aus sollen die Heizkörper in den gesamten Beneluxraum, vornehmlich aber nach Frankreich und Deutschland vertrieben werden.

Der Bau der Halle, die mehr als 28.000 Quadratmeter Nutzfläche bieten und bereits Anfang 2019 fertiggestellt sein soll, ist für das grenzüberschreitende Gewerbegebiet ein weiteres Kapitel in einer Erfolgsgeschichte, die vor ein paar Jahren noch niemand für möglich gehalten hätte. Denn eigentlich war das rund 100 Hektar große Areal, das insgesamt rund 60 Hektar an vermarktbaren Flächen aufweist, schon längst als Totgeburt abgestempelt. Zwischen 2000 und 2012 wurden gerade einmal fünf Hektar verkauft, das hoch ambitionierte Projekt stand vor der Pleite - wurde aber durch ein radikale Wiederbelebungsmaßnahme unter anderem mit öffentlichen Mitteln gerettet. Der Bebauungsplan wurde geändert, die Gewerbeflächen damit auch für Logistikunternehmen geöffnet, die Preise gesenkt, der anfangs kaum zu überschauende Vorschriftendschungel gelichtet - und das Ganze kam ins Laufen. Zwischen 2013 und 2016 konnte man bereits mehr als 20 Hektar vermarkten.

Mittlerweile läuft Avantis offenbar immer schneller voll. Alleine in diesem Jahr habe man bis jetzt 12,5 Hektar Gewerbeflächen verkauft, teilt der Geschäftsführer der Vermarktungsgesellschaft Avantis GOB, Felix Delahaye, auf Anfrage mit. Und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. „Das Gebiet ist gut, die Lage ist gut, und es gibt nicht mehr so viele Gewerbeflächen in Aachen“, beschreibt er die aktuelle Situation, von der Avantis profitiert. Und, da ist sich Delahaye sicher, auch in Zukunft profitieren wird: „Mittlerweile haben wir mehr als zwei Drittel des Gebiets verkauft oder optioniert“, bilanziert der Geschäftsführer, „und bis Ende 2019 werden wir bestimmt noch einmal 50.000 Quadratmeter verkaufen.“

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