Aachen: Von der „Nacht der Unternehmen“ mit „Vollgas zum Job“

Aachen : Von der „Nacht der Unternehmen“ mit „Vollgas zum Job“

Eine Aachener Erfindung macht immer mehr Furore: Die „Nacht der Unternehmen“ sorgt nicht nur in der Region dafür, dass junge Hochschulabsolventen „mit Vollgas zum Job“ vor ihrer Haustür kommen, sondern dass sie mittlerweile bundesweit in zehn Städten über die Bühne geht.

Die sechste Auflage dieser Stellenbörse findet am 6. November im Technologiezentrum am Aachener Europaplatz statt. Dort können sich interessierte Jobsuchende bei den zahlreichen ausstellenden Unternehmen umschauen und sozusagen ins Bewerbungs-Gespräch kommen. Und darüber hinaus drehen Busse Runden durch die gesamte Region, damit weitere Firmen direkt vor Ort aufgesucht werden können. Dadurch wird der Eindruck von dem möglichen künftigen praktischen Betätigungsfeld für die frischen Bachelor- und Master-Absolventen noch viel intensiver. Und so peilen die Veranstalter der Aachener Technologie-Marketingagentur Tema einen neuen Teilnehmerrekord an. 2012 nutzten rund 100 Unternehmen die glänzende „Chance, sich als potenzieller Arbeitgeber für exzellent ausgebildete Fachkräfte zu präsentieren. Und etwa 2000 junge Leute checkten die Angebote.

Die Jobbörse nannte Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der Aachener Industrie- und Handelskammer, „das beste Instrument“ zur Gewinnung von künftigen Mitarbeitern. Dass die Unternehmen angesichts zurückgehender Bewerberzahlen neue Gedanken machen müssten, wie sie an die Absolventen herankommen könnten, fügte er an — die könnten sich ihren Berufseinstieg quasi aussuchen. Und oft genug locken vermeintlich lukrativere Angebote im Süden Deutschlands.

Laut Professor Aloys Krieg, Prorektor für Lehre an der RWTH, entlässt die Hochschule jährlich rund 3000 Absolventen in die Berufswelt. Wie vielen von denen in der Region bleiben, lasse sich nur schätzen, sagte er — auf jeden Fall seien es „zu wenig“, warf Rolf Geisen ein. Dass sich der Einsatz bei der „Nacht der Unternehmen“ lohne, unterstrich Personalchef Erhard Poth von der Energie Nordeifel in Kall. Das Unternehmen sucht Vertriebsprofis — und wurde 2012 bei Martin Hoffmann fündig. Der Aachener Betriebswirtschaftler trat dort seinen ersten Job an — und fühlt sich wohl. Rund 150 Mitarbeiter zählt der Energieversorger, der bis 2030 die komplette Belieferung auf regenerative Quellen umstellen will. Derzeit sind es bereits 40 Prozent.