Aachen: Von den Vor- und Nachteilen des Alterns

Aachen: Von den Vor- und Nachteilen des Alterns

Aus vier Richtungen betreten 13 ältere Damen und ein älterer Herr in schwarz gekleidet die Bühne. Sie stellen sich vor Hemden, die über die Bühne verteilt auf dem Boden liegen. Ziehen die Hemden an. Kurz danach betreten 13 Jugendliche die Bühne und ziehen ebenfalls Hemden an.

Zu rhythmischer Musik laufen einige herum, richten die Hemden von anderen, bevor sie im Kanon eine Choreographie tanzen. So viel zum Beginn der Tanztheater-Inszenierung „Früher war alles gut?!“, die am Sonntag auf der Bühne des Mörgens Premiere feierte. Das Stück ist die Werkschau des intergenerativen TeenClub +, in dem Jugendliche und Senioren gemeinsam mit Projektleiterin Katrin Eickholt und Choreographin Yvonne Eibig die Produktion entwickelten.

Die Tanztheater-Inszenierung dreht sich um die Themen Jugend und Alter — und die verschiedenen Perspektiven darauf. Mit dem Satz „Früher war alles anders“ begannen die Senioren Erinnerungen an ihre Jugend zu erzählen — sowohl von schönen Zeiten, als auch von Zeiten, die nicht so einfach waren.

In verschiedenen Aufnahmen zeigten die Teilnehmer kurze Eindrücke. Manche Szenen sind Darstellungen eines Momentes, wie die Choreographie der Jugendlichen beim Gummitwist. Andere Szenen werfen Fragen auf. So summierten die Jugendlichen in einer Sequenz Vorteile, in der heutigen Zeit zu leben. Mit verschiedenen Hashtags bezogen sie sich auf Dinge wie Frieden, Frauenrechte, Bildungsfreiheit, Selbstverwirklichung und Meinungsfreiheit. Aber sie zeigten auch, dass sie Probleme in der heutigen Zeit wahrnehmen.

Aber auch schöne Erinnerungen spielten eine Rolle. So saßen alle in Grüppchen auf dem Boden, während drei der Senioren von Sehnsuchtsorten und der Erinnerung an die erste große Liebe erzählten.

Nicht nur der Blick auf die Jugend spielte eine Rolle — die Darsteller setzten sich auch mit dem Alter auseinander. Eine Tonaufnahme thematisierte die Vorteile, heute alt zu sein — aber auch die Erwartung im Alter noch jung und schön sein zu müssen.

Nach einer symbolischen Annäherung von Jung und Alt, die nicht nur das Kennenlernen, sondern auch Unterstützung zeigte, tanzten die Teilnehmer zu fröhlicher Musik miteinander. Zum Abschluss wurde das Publikum ebenfalls zum Tanz aufgefordert. „Es ist so, wie wir es uns vorgestellt haben und noch besser“, sagte Projektleiterin Katrin Eickholt zur Premiere.

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