Aachen: Vom Windrad bis zur Brennstoffzelle

Aachen: Vom Windrad bis zur Brennstoffzelle

Bis zur letzten Sekunde wurde noch Hand angelegt, Schrauben nachgezogen und die Karosserie befestigt, bevor die Motoren gestartet und die Modell-Autos endlich auf den Asphalt rollen konnten: Dann traten das Fahrzeug mit Ottomotor und der Wasserstoff-betriebene Hybridwagen auf dem Parcours gegeneinander an. An den Fernsteuerungen: Die zehn Mädchen des Couven-Gymnasiums, die an dem Projekt „HySpaRo“ teilnehmen durften.

Hinter dem Kürzel verbirgt sich ein zukunftsweisendes Thema, dem die Zehntklässlerinnen mit Professor Günter Feyerl und seinen Mitarbeitern vom Lehrgebiet für „Alternative Antriebssysteme“ der FH Aachen nachgingen. An drei Samstagen besuchten die Schülerinnen die Hochschule und lauschten zunächst Vorlesungen, bevor sie in praktischer Anwendung das Erlernte ausprobierten.

Die Projektreihe widmete sich der Frage, wie man in Zukunft erneuerbare Energien aus Wind und Sonne nicht nur effizient gewinnen, sondern auch speichern kann. Dazu beschäftigte sich die Gruppe mit dem Einsatz von Windrädern und Solar-Panels und erprobte zum Beispiel im Windkanal die optimale Positionierung und Anzahl von Rotorblättern der Windkraftwerke.

Danach wurde verdeutlicht, wie gewonnene Energie in Wasserstoff umgewandelt werden kann und dieser als Antriebsmittel in einem Motor mit Brennstoffzelle zum Einsatz kommen kann — in Hybridwagen oder Ökofahrzeugen. Als Höhepunkt durften sie die selbst gestalteten Karosserien befestigen und unter den Augen zahlreicher Eltern die kleinen Autos auf der Strecke testen.

Dass sie für das Projekt noch außerhalb des Unterrichts die (Hoch-)Schulbank drücken mussten, scheint Silvia Lethmathe und Katharina Meuthrath gar nichts ausgemacht zu haben. Denn die Teilnahme und das praktische Ausprobieren habe ihnen viel Spaß bereitet. Tatsächlich scheinen die wissbegierigen Schülerinnen die Mitarbeiter um Feyerl in Trab gehalten zu haben: „Manche Fragen waren schon böse“, meinte der FH-Professor lachend und lobte das eigenständige Arbeiten. „Wir dachten vorher, sie in den praktischen Versuchen viel mehr anleiten zu müssen“, so Feyerl.

Auch Professor Marcus Baumann, Rektor der FH, lobte den Lern-Eifer der Mädchen. Außerdem hofft er auf eine nachhaltige Wirkkraft des Projekts, das auch das Interesse bei anderen gleichaltrigen Schülerinnen wecken soll. Besonders betonte der Rektor die Unterstützung durch Sponsoren und dankte der Bürgerstiftung der Sparkasse und dem Rotary Club Aachen-Charlemagne, ohne die das Projekt nicht möglich gewesen wäre.

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