Aachen: Volkstrauertag: „Frieden kann man nicht kaufen”

Aachen: Volkstrauertag: „Frieden kann man nicht kaufen”

„Frieden geht uns alle etwas an”, sagte Städteregionsrat Helmut Etschenberg am Sonntag anlässlich der Feier zum Volkstrauertag in der Aula Carolina. Der staatliche Gedenktag wird seit 1952 immer zwei Sonntage vor dem ersten Advent begangen.

Erinnern soll er an die Toten der zwei Weltkriege und an die Opfer von Gewaltherrschaft aller Nationen.

Laut Oberst Günter Selbert hat der Volkstrauertag aber auch ganz aktuelle Bezugspunkte: „Ich empfinde am heutigen Tage auch ein Verantwortungsgefühl gegenüber den Soldaten in den aktuellen Einsätzen der Bundeswehr”, sagte der Standortälteste der Bundeswehr in Aachen.

Er erzählte, dass er als dreizehnjähriger Junge von einem Franzosen beschimpft worden sei, als der herausfand, dass er Deutscher war. Und wie glücklich es ihn dann Jahre später gemacht habe, als er bei einem Einsatz in Bosnien-Herzegowina ein deutsch-französisches Team leiten durfte. „Dort konnte man erleben, wie sich gute Zusammenarbeit entwickelte und sich Vorurteile abbauten. Gerade die deutsch-französische Freundschaft ist für mich das gelungenste Beispiel für Aussöhnung.” Wichtig sei für ihn, dass der Gedenktag gerade auch jungen Leuten mehr ins Bewusstsein gebracht werde. Und das sei nur auf der Basis von hinriechendem Geschichtsbewusstsein möglich.

Dass sich junge Leute über einen solchen Gedenktag Gedanken machen, zeigten Carmen Lange (16) und Julian Pickartz (17) vom Kaiser Karl Gymnasium, die die Veranstaltung mit Rezitationen über Krieg und Frieden begleiteten. „Frieden, das ist ein Geschenk, er kommt nicht vom Himmel gefallen, man kann ihn nicht im Lotto gewinnen und auch nicht kaufen”, meinte Lange. Alle seien in der Verantwortung, nicht nur die Politik. „Krieg gibt es, weil Menschen immer noch dumm und selbstsüchtig sind”, meinte Pickartz. Frieden könne also nur wachsen, wenn man das Gute im Menschen wirken lasse.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Gospelmusik der Tempelsingers und dem Schulorchester des St. Ursula Gymnasiums unter der Leitung von Kordula Smits. Anschließend gab es eine Kranzniederlegung am Hochkreuz auf dem Ehrenfriedhof an der Monschauer Straße.

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