Volksbühne Erholungsgesellschaft Eilendorf macht wieder Theater

„Aue Daag, joue Vermaach“ : Nöll Netterscheid im Altenheim

Über zwei Jahre ist es her, dass die Volksbühne Erholungsgesellschaft Eilendorf das letzte Mal auftrat. Langwierige Erkrankungen einiger Ensemblemitglieder zwangen die beliebte Mundartbühne zur Pause – nun ist sie zurück. Am 13. Oktober feiert der seit 1889 bestehende Theaterverein sein Comeback.

Die Truppe ist in der Zwischenzeit ziemlich gealtert – zumindest, wenn man dem neuen Stück „Aue Daag, joue Vermaach“ Glauben schenkt. Denn: „Es spielt im Altenheim“, erklärt Heinz Wirtz, der die Rolle des Nöll Netterscheid verkörpert. Gemeinsam mit Hugo Havenith zieht Netterscheid in ein strengkatholisches Seniorenheim. „Frauen und Männer leben dort getrennt voneinander“, erzählt Wirtz. Was niemand ahnt: Die Frauen der beiden Männer wohnen gleich nebenan, sozusagen Wand an Wand.

Das Ergebnis ist ein humoriges Hin und Her zwischen dem Frauen- und Männerzimmer. Treten die Frauen auf, geht bei den Männern das Licht aus – und andersherum. „Eine imaginäre Mauer teilt die Bühne in zwei Hälften“, sagt Wirtz. Die Idee des Stücks hatte das Eilendorfer Volkstheater übrigens selbst. Innerhalb eines Jahres wurde die Geschichte erst mühsam zusammengestrickt und anschließend ins Öcher Platt übersetzt. Traditionell sprechen die Schauspieler nämlich im Aachener Dialekt, was die Suche nach neuen Darstellern allerdings erschwert. „Die Jüngeren reden ja kein Öcher Platt mehr“, meint Wirtz.

Trotzdem spielen neben zwölf Erwachsenen auch zwei Kinder mit, die im Gegensatz zu den anderen jedoch Hochdeutsch auf der Bühne sprechen. Die Jungen hoffen, durch den Besuch ihrer Opas ein paar Euro abzustauben. Und wenn das bei Opa klappt, wieso nicht auch einmal bei Oma nebenan probieren? Hinzu kommt eine Heimleiterin, die penibel ihre Regeln durchsetzt, selbst aber die eigentliche Verbrecherin ist.

Seit April proben die Darsteller das knapp dreistündige Stück. Bis zur Premiere am Sonntag, 13. Oktober, um 18 Uhr im Saalbau Kappertz soll dann alles stimmen. Weitere Aufführungen von „Aue Daag, joue Vermaach“ gibt es dort am 26. und 27. Oktober sowie am 2., 3., 9., 10., 16. und 17. November – samstags ab 19 und sonntags ab 18 Uhr. Eintrittskarten kosten jeweils neun Euro und sind ab sofort im Saalbau Kappertz, bei Schreibwaren Hecker und der Erholungsgesellschaft Eilendorf erhältlich.

Mehr von Aachener Zeitung