Vivawest hat das Neubauprojekt auf dem Vegla-Gelände erworben

Frankenberger Viertel : Die „Viktoria“ ist verkauft

200 Wohnungen wechseln den Besitzer: Das Wohnungsunternehmen Vivawest aus dem Ruhrgebiet kauft das Neubauprojekt „Viktoria“, das auf dem Gelände des ehemaligen Vegla-Hauses im Frankenberger Viertel entsteht.

Die „Viktoria“ ist verkauft: Das Gelsenkirchener Wohnungsunternehmen Vivawest übernimmt von dem Aachener Bauunternehmen Nesseler Projektidee das Neubauprojekt „Viktoria“, das auf dem Gelände des ehemaligen Vegla-Hauses im Frankenberger Viertel entsteht. Das haben beide Partner am Montag auf der Immobilienmesse „Expo Real“ in München bekanntgegeben. Wer bisher womöglich mit der Idee gespielt hat, in der „Viktoria“ Eigentum zu erwerben, muss sich von diesem Gedanken verabschieden. Der neue Besitzer wird die Wohnungen allesamt vermieten.

Auf dem rund 9000 Quadratmeter großen Areal im Frankenberger Viertel entstehen laut einer Pressemitteilung insgesamt 200 Wohnungen. Die 107 freifinanzierten Studierendenappartements, 65 freifinanzierten und 28 öffentlich geförderten Wohnungen haben eine Gesamtwohnfläche von 10.800 Quadratmetern. Dazu kommen noch Einzelhandels-, Büro- und Praxiseinheiten mit einer Fläche von insgesamt 9200 Quadratmetern.

„Wir haben das Projekt verkauft“, sagte Hubertus Neßeler, Geschäftsführer der Nesseler Projektidee in der Nesseler Grünzig Gruppe, am Rande der Immobilienmesse im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir stellen es komplett fertig, und dann übernimmt die Vivawest es schlüsselfertig in ihren Bestand.“ Man habe einen „prima Käufer“ gefunden, zeigte sich Neßeler überzeugt: „Das ist ein ordentliches Unternehmen.“ Ursprünglich habe man überlegt, einen Teil der Wohnungen als Eigentumswohnungen zu verkaufen. Nun aber geht die gesamte Anlage an das Gelsenkirchener Unternehmen. Über den Kaufpreis habe man Stillschweigen vereinbart, sagte Neßeler.

Auf dem traditionsreichen Vegla-Gelände geht derweil der Abriss in die nächste Phase. Die umfangreiche Asbest-Entsorgung wurde Mitte August abgeschlossen, nun soll bis Ende des Jahres das gesamte Gebäude abgerissen werden. Im Frühjahr 2020 soll dann mit dem Neubau begonnen werden. Fünf- und sechsgeschossige Mehrfamilienhäuser sind geplant. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2022 vorgesehen. 107 der 200 neuen Wohnungen werden Studierendenappartements mit durchschnittlich rund 26 Quadratmetern Wohnfläche sein. Die Wohnungen sind zwischen 44 und 163 Quadratmeter groß. Die Gebäude werden barrierearm mit Aufzügen errichtet und werden über 186 Tiefgaragenstellplätze, 39 Außenstellplätze und 320 Fahrradabstellplätze verfügen.

„,Viktoria’ ist eine ganz bunt gemischte Wohnanlage“, sagte Neßeler. Dazu gehöre auch, dass die öffentlich geförderten Wohnungen nicht in einem gesonderten Gebäude untergebracht seien. „Auch das fand der Käufer ganz toll.“ Festgezurrt ist laut Neßeler bereits, dass sich im Erdgeschoss ein Supermarkt ansiedeln wird. Teil des Gesamtpakets ist außerdem eine Kindertagesstätte, für die laut Neßeler bereits ein Mietvertrag mit der Stadt Aachen besteht. Das Außenspielgelände für die Kinder wird nach derzeitiger Planung auf dem Dach des Supermarkts hergerichtet.

Vivawest bewirtschaftet rund 120.000 Wohnungen an Rhein und Ruhr in 100 Kommunen und ist nach eigenen Angaben einer der führenden Wohnungsanbieter in Nordrhein-Westfalen. In Aachen ist das Unternehmen bisher nicht aktiv. „Wir freuen uns darüber, uns mit diesem Projekt den sehr attraktiven Standort Aachen zu erschließen. Damit sorgen wir für dringend benötigten Wohnraum und tragen zur Quartiersentwicklung im Frankenberger Viertel bei“, erklärte Claudia Goldenbeld, Sprecherin der Vivawest-Geschäftsführung, am Montag in München.

Und auch von der Stadt Aachen kommen positive Signale. „Wir kennen Vivawest als verlässlichen und langfristig orientierten Vermieter in Nordrhein-Westfalen. Wir freuen uns, das Unternehmen mit diesem großen Projekt in Aachen zu begrüßen“, erklärte Oberbürgermeister Marcel Philipp bei der Bekanntgabe des Verkaufs. „Viktoria“ sei ein wichtiges Angebot auf dem besonders nachgefragten Wohnungsmarkt in der Stadt, sagte Philipp. „Wir freuen uns, dass Aachener Unternehmen – Nesseler Projektidee und Nesseler Bau – das Projekt entwickelt haben und nun bauen.“

Potenzielle Kunden, die auf dem Vegla-Gelände gerne gekauft hätten, verweist Nesseler Projektidee indes auf das Projekt Tuchmacherviertel in Brand. Dort werde man auch Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser im Angebot haben.