Aachen: Vivaldis Meisterwerk im Mittelpunkt der elften Auflage der Kinderkonzerte

Aachen: Vivaldis Meisterwerk im Mittelpunkt der elften Auflage der Kinderkonzerte

Wie klingen Frühling, Sommer, Herbst und Winter? Diese Frage hat sich vor über 300 Jahren schon Antonio Vivaldi gestellt — das haben die kleinen Zuhörer und Zuhörerinnen jetzt im Alten Kurhaus gelernt.

Im Mittelpunkt des diesjährigen „Klassik für Kinder“-Konzerts stand die Musik des 1678 geborenen Italieners und sein wohl bekannteste Werk „Die Vier Jahreszeiten“. „Vivaldi für Kids — Eine Reise nach Italien“ nannte sich das mittlerweile elfte Konzert der Reihe. Veranstaltet von der Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde zu Aachen in Zusammenarbeit mit dem Kammerorchester Camerata Aquensis der Musikschule, hat sich das Konzert bei Eltern und Kindern zu einem beliebten Ereignis entwickelt.

Ulrich Brassel führte behutsam und kindgerecht durch das etwa einstündige Programm. „Wie klingt die Hitze des Sommers?“, so lautete eine Frage aus dem Programm und das Orchester gab die musikalisch Antwort. Die lastende Hitze wurde in der Musik greifbar, der Kuckuck auch für die Kleinsten im Publikum klar erkennbar. „Außerdem werden wir noch ein richtiges Sommergewitter erleben“, versprach Brassel und im Angesicht eines tobenden Kammerorchesters war das nicht zu viel versprochen.

Auch die „süß vom Wein umflammten“ Bauern, wie Vivaldi es seinerzeit ausdrückte, waren in der Musik ausgezeichnet hörbar. Die kleinen Tonbeispiele zu Beginn eines jeden Satzes dürften nicht nur Kindern, sondern auch den anwesenden Eltern und Großeltern das Verstehen der klassischen Musik erleichtert haben.

Die musikalische Beschreibung der klirrenden Kälte im vierten Satz „Der Winter“ gehört mit Sicherheit auch bei Kindern schon zu den bekanntesten Melodien klassischer Musik. Der „musikalische Eiszapfen“, der sich über den Sockel (Celli), den Mittelteil (Bratschen) bis zur Spitze (Solovioline) erstreckt, ist auch für Kinder ein eingängiges Motiv.

Weniger um die musikalischen Motive denn um das Instrument ging es beim Vortrag des zweiten Satzes „Largo“ aus Vivaldis „Konzert für Flautino, Streicher und basso continuo in C-Dur, op. 44/11“, bei dem sich die kleine Schwester der Blockflöte vorstellen durfte.

Für die Solistin Philomena Pallaske war dies ihre erste Solozusammenarbeit mit einem Orchester. Zurecht gab es viel Applaus. Ohnehin waren die Solisten exquisit ausgewählt. Henrike Wille (Der Frühling), Yvonne Hermanns (Der Sommer), Benita Schlenker (Der Herbst) und Laura Relitzki (Der Winter) zeigten hervorragendes Können auf der Solovioline.

Abgeschlossen wurde das rundum gelungene Programm mit Boccherinis „Menuett in A-Dur“, das Brassel nur als „Das Menuett“ bezeichnete. Und bekannt gewesen ist es den Erwachsenen mit Sicherheit aus Film und Fernsehen.