Viroel Chirea zeigt seine Werke im Aachener Luisenhospital

Kunstgeschichten : Kraft der Zeit ins Bild gebannt

Einen umfangreichen Einblick in sein Schaffen gibt der Aachener Maler Viorel Chirea mit einer Art Werkschau auf den Fluren des Luisenhospitals und stellt dabei auch Bilder aus, die er Jahre nach ihrer Entstehung teilweise übermalt und verändert hat.

Überlagerungen und bewegte Oberflächen, die durch teils schimmernde Lasuren in die Tiefe schauen lassen, sind wesentliche Elemente seiner informellen Malerei. Diese Visualisierung von Zeit spielt eine große Rolle: Es geht um Zeit, die die Malerei in den Prozessen des Aufbringens von Farbe und des Trocknens der Farbe braucht; Zeit, die sich der Künstler für die Reflexion seiner Arbeit nimmt, und die Zeit, die der Betrachter braucht, um in den Kunstkosmos der Abstraktion von Viorel Chirea einzutauchen.

Bisweilen wird Farbe scheinbar Schrift in imaginären Farblandschaften, die auf materialreichen Malgründen entstehen, anderweitig scheinen freskoartige Bilder Collagen zu tragen, die Morbidität und Verfall in ihrer lebendigen Schönheit der Veränderung zeigen. Systeme brechen auf, entwickeln sich zum Spiel der Rhythmen und Lichtpassagen zwischen Chaos und Ordnung und feiern die Freiheit der Komposition im Raum. Besondere Kräfte entfalten die hellen, teils beweglichen runden Darstellungen, sogenannte Tondos, die als Installationen an den Wänden hängen und mit ihrem im wahren Sinne des Wortes vielschichtigen Aufbau faszinieren. Mit bloßen Händen, aber auch mit dem Spachtel bringt der Künstler seine weißlich-gräulichen und schwarzen Materialien auf, die die Oberfläche haptisch-lebendig machen und die Augen einladen, über die Flächen zu wandern wie über Monde. Gestirnen gleich scheinen die runden Formen zu schweben, wie Gestalt gewordene Ewigkeit, die dank einer „kosmischen Mechanik“ bewegt werden kann.

Wie alle anderen Arbeiten auch sind die Tondos Kompositionen voller Strukturen und Farbaufbauten, in denen gelegentlich auch der Zufall eine Rolle spielt. Dies gilt besonders für das Auftragen von Blattgold, was je nach Untergrund und Material zu regelrecht alchemistischen Reaktionen der Vergoldung führt und unerwartete Farbnuancen bringt.

Wie kaum ein anderer Aachener Künstler setzt der aus Rumänien stammende und seit 30 Jahren in Deutschland lebende Künstler auf die Kraft der Abstraktion und freut sich, Patienten und Besuchern des Luisenhospitals Bilder aus seinem internationalen, weltenumspannenden Kunstkosmos zeigen zu dürfen. Die Ausstellung hängt noch bis zum 29. April auf drei Fluren zwischen dem Haus Cadenbach, Café Luise und dem Haupteingang und kann täglich zu den üblichen Besuchszeiten eines Krankenhauses besichtigt werden.

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