Viktor-Frankl-Schule Aachen feiert 100. Geburtstag

100 Jahre Viktor-Frankl-Förderschule : Eine besondere Schule auf dem Weg „zurück in die Zukunft“

Einen 100. Geburtstag feiert man nicht alle Tage. „100 Jahre Viktor-Frankl-Schule, das feiern wir richtig groß“, rief Beate Jahn denn auch begeistert am Samstag in die Menge von Schülern, Lehrern, Verwandten und Freunden, die sich gemeinsam versammelt haben, um den besonderen Geburtstag der Schule zu feiern.

Hinter der Schulleiterin stehen rund 50 Schüler auf der Bühne und beginnen das Fest mit einem Lied: „Wir wünschen einen guten Tag, der uns Gutes bringen mag“, singen die Kinder. Sie sind Mitglieder des Projekts „Jedem Kind eine Stimme“, eines von vielen Projekten auf welche die Förderschule des Landschaftsverbands Rheinland mit dem Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung stolz sein kann.

Die Stimmung am Nachmittag war fröhlich und ausgelassen, das ganze Schulgebäude war ein Ort zum Feiern und zugleich ein Ort der Zeitreise: Um den Geburtstag ihrer Schule zu feiern haben die Kinder in der vergangenen Woche unter dem Motto „Zurück in die Zukunft“ die Vergangenheit erkundet, rekonstruiert und mit dem Hier und Jetzt verbunden.

Sie setzten sich damit auseinander, wie die Menschen vor 100 Jahren gelebt haben, was sie gespielt haben und was die Menschen damals für Mode trugen. Einige Schülerinnen und Schüler erarbeiteten sich die Entwicklung der Schrift über Sütterlin bis hin zu Graffiti und andere stellten sich die Frage, wie man damals ohne Plastik gelebt hat, und wie man auf den Müll auch heute wieder verzichten kann.

In der Cafeteria roch es nach Waffeln, die wie vor 100 Jahren in einem alten Ofen gebacken wurden, und auf dem Schulgelände konnte man Skulpturen des Steinmetz Berthold Welter betrachten. Während der Projektwoche hatte dieser mit den Kindern gemeinsam zum Thema „Steinalt wie unsere Schule“ wie vor hundert Jahren aus Stein Kunst gezaubert.

Beate Jahns Motto „Bewegtes Lernen- Bewegen und bewegt werden“ wird beim Gang durch die Schule klar deutlich und Tim Grüttemeier findet nur lobende Worte für sie: „Eine Kinderführung durch ein Museum, um den Schülern das Leben von damals näher zu bringen, das halte ich für viel sinnvoller als stundenlang drüber zu reden. Das bewegte Lernen wünsche ich mir für weitaus mehr Schulen.“ sagt der neue Städteregionsrat.

Stadt ist stolz auf die Schule

Aachens Bürgermeisterin Margrethe Schmeer stimmt Grüttemeier zu als er sagt, dass die Stadt stolz sei, dass die Schule bei ihnen zuhause ist. Auch sie ist begeistert von der positiven Energie der Schule und erinnert sich gerne an ihren ersten Besuch bei Beate Jahn. Damals übergab sie der Schule Spendengelder für eine einwöchige Segelfahrt auf dem Ijsselmeer. „Es war für mich überwältigend von der Möglichkeit der Kinder mit Behinderung zu erfahren, segeln zu gehen. Für solch eine Fahrt wird viel Einsatz und Geschick benötigt und davor scheut hier keiner zurück“, lobt Schmeer das Team der Schule.

Auch Karin Schmitt-Promny, stellvertretende Vorsitzende des Landschaftsverbands Rheinland, betont, dass das positive Menschenbild, die Wertschätzung anderer und die Empathie im Mittelpunkt jedes Schultags die Schule besonders macht. Die Priorität der Viktor-Frankl- Schule liegt laut Schmitt-Promny darin, das Selbstbewusstsein der Schüler zu fördern und für sie so ein Sprungbrett in die Freiheit zu sein. Der Übergang eines jeden Schülers hin ins Berufsleben wird individuell betreut und dafür erhielt die Schule sogar das Berufswahl-Siegel.

Bewegung im Leben wird hier groß geschrieben und die Dankbarkeit aller für das Engagement der Schule war spürbar. „So anstrengend es auch sein mag ein Jubiläum zu planen und zu veranstalten“ sagt Beate Jahn abschließend, „bei all den lieben Worten und der ganzen guten Laune würde ich es jederzeit wieder feiern.“

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