Aachen: Viel Rückenwind für den alten Doppeldecker

Aachen: Viel Rückenwind für den alten Doppeldecker

Von wegen altes Eisen - auf den Schrottplatz soll die „MS Chilli” noch lange nicht rollen. Seit dem Sommer steht der Aachener Jugendbus mit massiven Rostschäden im Fahrzeugboden in der Halle.

Um die Reparatur des gelben Doppeldeckers - Kostenpunkt rund 45.000 Euro - zu finanzieren, haben sich nun 15 ehrenamtliche „Oecher Busretter” zusammengefunden. In den kommenden Monaten werden sie mit Aktionen Geld für ihr mobiles Jugendzentrum sammeln.

Fünf Benefizkonzerte

„Wir haben sehr viel positive Resonanz”, freut sich Marc Fischer vom Verein Chill Out, der den Jugendbus in Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt betreibt. So haben sich 22 Bands und DJs bereit erklärt, die Rettungsaktion mit fünf Benefizkonzerten zu unterstützen und dort ohne Gage aufzutreten. Außerdem wurde neben dem Chill-Out-Bus selbst auch ein Aseag-Linienbus mit einem Werbebanner für die Aktion beklebt.

Seit 2001 ist der mittlerweile 35 Jahre alte Jugendbus schon in Aachen und Umgebung unterwegs. Das mobile Jugendheim fährt mehrmals die Woche soziale Brennpunkte und Orte ohne Angebot für Jugendliche an. Und der Treffpunkt Doppeldecker hat einiges zu bieten: Sitzgelegenheiten zum Abhängen, eine Küche, eine Media-Lounge mit DVD-Player und sogar einen Kicker.

„Der Bus hat schon immer mit Kindern zu tun gehabt”, erklärt Fischer. Bevor er zur „MS Chilli” wurde, war der Doppeldecker bereits jahrzehntelang in Berlin als „Busschule” im Einsatz, um Kindern das richtige Verhalten beim Busfahren beizubringen. Nicht zuletzt wegen dieser langen Tradition liegt es den Oecher Busrettern besonders am Herzen, dass ihr Doppeldecker auch in Zukunft unter jungen Menschen bleibt.

„Das ist eine Sache, die uns alle etwas angeht. Die Jugend ist unser aller Zukunft”, sagt Kommunikationsfachmann Arnold Seidl über die Rettung des Jugendbusses. Lange Zeit war Seidl selbst bei Chill Out aktiv, heute unterstützt er die Busretter bei ihrer PR.

Am Wochenende fand der erste größere Rettungseinsatz statt: Beim Ligaspiel der Alemannia gegen Osnabrück waren die Retter vor dem Tivoli unterwegs, um Besucher über die Aktion zu informieren und neue Mitglieder zu gewinnen.

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