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Am Aachener Hauptbahnhof: „Videoschiedsrichter“ der Polizei muss Streit um Süßigkeiten schlichten

Am Aachener Hauptbahnhof : „Videoschiedsrichter“ der Polizei muss Streit um Süßigkeiten schlichten

Eine Tüte Süßigkeiten hat am Aachener Hauptbahnhof einen Streit zwischen einem 15-Jährigen und einer 50-Jährigen ausgelöst. Wer hatte wem die Leckerei geklaut? Die Polizei musste den Konflikt lösen.

Am Montagabend wurde am Aachener Hauptbahnhof eine Streife der Bundespolizei zu der Streitigkeit gerufen. Die Beamten fanden vier Personen vor, die sich um eine Plastiktüte mit Süßigkeiten stritten. Auf Nachfrage behauptete eine 50-Jährige, dass die Tüte ihr gehören würde. Das Gleiche wurde auch von einem 15-jährigen Jugendlichen behauptet.

Da jeweils ein Zeuge für eine der Parteien aussagte, blieb der Streit ungelöst – und der „Videoschiedsrichter“ wurde auf der Wache befragt. Die Videoüberwachung belegte, dass die Tüte samt Inhalt zuvor im Besitz des 15-Jährigen war, bevor sie ihm gewaltsam von der 50-Jährigen entrissen wurde. Danach setzte sich diese mit der geraubten Tüte auf eine Sitzbank. Da jetzt die Eigentumsverhältnisse eindeutig geklärt waren, konnte dem Jugendlichen sein Eigentum zurückgegeben werden.

Bei der zwischenzeitlichen Überprüfung der Personalien des 15-Jährigen stellte sich jedoch heraus, dass er von zu Hause ausgebüxt war und eine Vermisstenanzeige vorlag. Die 50-Jährige war neben der jetzigen Straftat auch keine Unbescholtene, denn gegen sie lagen Fahndungsersuchen der Staatsanwaltschaft Arnsberg wegen Diebstahls und Betruges vor. Sie war hier zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben worden. Da sie zum Tatzeitpunkt alkoholisiert war, wurde ein Atemalkoholtest durchgeführt. Er wies einen Wert von 1,42 Promille auf. Zuständigkeitshalber wurde das Polizeipräsidium Aachen in Kenntnis gesetzt und die beiden Personen übergeben.

Der 15-Jährige konnte im Anschluss wohlbehalten einem Erziehungsberechtigten übergeben werden. Die 50-Jährige wurde einer Blutentnahme unterzogen. Im Anschluss brachte man sie wegen des Eigentumsdeliktes zur Anzeige. Sie wird sich in Zukunft dafür verantworten müssen.

(red/pol)