Aachen: Verwaltung will E-Sport nicht aus Fördertöpfen bedienen

Aachen: Verwaltung will E-Sport nicht aus Fördertöpfen bedienen

Die Piratenpartei ist sauer. Auslöser ist ein Schreiben der Verwaltung, das in der nächsten Sitzung des Sportausschusses zur Bedatte steht.

In diesem Schreiben nimmt die Verwaltung Stellung zu einem Antrag der Piraten, worin die Verwaltung um Prüfung der Möglichkeiten für E-Sport-Veranstaltungen (elektronischen Sportveranstaltungen) gebeten wurde. „Die Antwort der Verwaltung kann man nur als Blockadehaltung einstufen. Die Verantwortlichen setzen sich nicht mit dem Thema auseinander, sondern verschanzen sich hinter der alten Diskussion, ob E-Sport Sport im klassischen Sinne darstellt oder nicht“, ist Ratsherr Gunter von Hayn ebenso sprachlos wie seine Parteifreunde Matthias Achilles und Thomas Buhr.

Um nach den Richtlinien gefördert zu werden, so die Verwaltung, müsse erst geklärt werden, ob es sich um Sport im rechtlichen Sinne handele. Und das sei nicht der Fall, lautet das knappe Fazit, weshalb E-Sport in Aachen zumindest nicht aus den Töpfen der Sportförderung unterstützt werden könne.

Bei den Piraten hat man den Eindruck, dass das Thema E-Sport in vielen Köpfen noch nicht angekommen ist. Hayn vermutet, dass E-Sport nach dem Motto „neumodischer Kram“ abgehandelt wird. „Wenn man sich mit dem Thema näher auseinandersetzt, sieht man sehr schnell, dass da großes Potential drinsteckt“, ist auch Achilles vom Thema überzeugt.

Über Veranstaltungen in diesem Bereich könne man eine gute Kommunikation zwischen Jugendlichen und deren Eltern schaffen. Dass das Thema im Leben angekommen ist, zeige auch eine Ausstellung im Ludwig-Forum unter dem Titel „Digital Games“, wo der Zusammenhang zwischen Kunst und elektronischen Spielen dargestellt und untersucht wird.

(ps)
Mehr von Aachener Zeitung