Aachen: Verein Home Care besteht seit zehn Jahren

Aachen: Verein Home Care besteht seit zehn Jahren

„Es ist nicht die Angst vor dem Tod, sondern die Angst vor dem Sterben, die die meisten Menschen fürchten“, sagt Ulla Schmidt, SPD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Gesundheitsministerin, auf dem Podium im Restaurant „Wilhelmina-Toren“ am Dreiländerpunkt.

Genau diese Angst möchte der Verein Home Care Aachen den Sterbenden nehmen. Seit zehn Jahren begleitet Home Care mit seinen zahlreichen Helferinnen und Helfer Menschen auf dem letzten Weg ihres Lebens. Dabei soll ein würdevoller Abschied, möglichst im eigenen Zuhause und ohne Angst, bereitet werden. Bundesweit gilt Home Care als Vorreiter der Palliativbetreuung. Der zehnte Geburtstag wurde ausgiebig gefeiert.

Es ist kein Zufall, dass gerade Ulla Schmidt die Laudatio zum Geburtstag hielt. Die ehemalige Gesundheitsministerin begleitete den Verein über die Jahre sehr intensiv. „Beruflich und privat“, wie die Bundestagsabgeordnete hinzufügt. Sie stellte die Wichtigkeit von Home Care heraus: „Mehr als 3000 Menschen hatten in den vergangenen zehn Jahren das Glück, auf dem letzten Weg des Lebens von Home Care begleitet zu werden. Sie konnten dem Leben zwar nicht mehr Tage, dafür den Tagen aber mehr Leben geben.“

Doch mehr noch: „Home Care war Ideengeber und Vorreiter für viele bundesweite Initiativen in der Palliativbetreuung und Hospizbewegung. Viele medizinische Behandlungen verlängern in der heutigen Zeit das Leben. Deswegen dauert das Sterben länger und es wird schwieriger, den Tod zu akzeptieren. Home Care ist für diese Menschen und ihre Angehörigen da und sorgt für einen würdevollen, möglichst angstfreien Tod“, so Schmidt. Bei 80 Prozent aller Betroffenen war es möglich, dass die Patientinnen und Patienten Zuhause im Kreise ihrer Liebsten sterben konnten. Auch ein Verdienst von Home Care.

Runde Geburtstage sind natürlich auch immer ein Zeitpunkt, um ein (Zwischen-)Resümee zu ziehen. „Zu Beginn waren wir eineinhalb Mitarbeiter, hatten keine sichere finanzielle Basis und waren auf Spenden angewiesen. Das hat sich inzwischen geändert“, sagt Dr. Leo Habets, Vorsitzender von Home Care Aachen. „Unser Erfolgsgeheimnis, sofern man das so bezeichnen kann, ist die Teamarbeit. Wir haben alle ein gemeinsames Ziel und ziehen an einem Strang. Deswegen geht mein Dank an alle Helferinnen und Helfer“, so Habets weiter. Nach der Laudatio von Ulla Schmidt und einer kleinen Dankesrede von Habets wurde gefeiert. Die „Annie & Luke Band“ sorgte für den musikalischen Rahmen.

(tih)
Mehr von Aachener Zeitung