Aachen: Verdi packt die nächste Keule aus: Warnstreiks am kommenden Dienstag

Aachen : Verdi packt die nächste Keule aus: Warnstreiks am kommenden Dienstag

Die nächste Streikwelle rollt am kommenden Dienstag — diesmal zunächst in Gestalt diverser Busse, mit denen ungezählte Beschäftigte in städtischen Diensten zur Großkundgebung Richtung Köln starten wollen. Was natürlich zur Folge hat, dass auch in Aachen abermals etliche Räder stillstehen und öffentliche Türen geschlossen bleiben.

Zum zweiten Mal innerhalb von knapp drei Wochen bläst die Gewerkschaft Verdi damit zur ganztägigen Generalattacke gegen die kommunalen Arbeitgeber. „Wir gehen davon aus, dass sich diesmal mindestens ebenso viele Kolleginnen und Kollegen beteiligen werden wie am 21. März“, erklärte Gewerkschaftssekretär Mathias Dopatka am Donnerstag auf AZ-Anfrage. Seinerzeit waren allein über 2000 Menschen in einem großen Protestzug durch die City marschiert.

Gegen 8 Uhr besteigen die Streikenden diesmal die Busse unter anderem auf der Hüls, um zur Großkundgebung am Rhein zu fahren. „Dort erwarten wir mindestens 15.000 bis 20.000 Demonstrierende“, sagte Dopatka. Weitere Kundgebungen seien in Dortmund und Bochum geplant.

Im Dreiländereck dürften erneut vor allem Kindertagesstätten, Müllabfuhr und andere wichtige Dienstleister betroffen sein. Auch die Aseag werde nach seiner Einschätzung am Dienstag allenfalls über ihre privaten Subunternehmen unterwegs sein, betont Dopatka. „Wir haben zudem Kollegen von weiteren wichtigen Beschäftigungsträgern in der Städteregion aktiviert; in zahlreichen Kommunen des Altkreises werden die Busse diesmal Richtung Köln starten.“ Damit nicht genug: Dem Vernehmen nach wollen tags darauf, also am nächsten Mittwoch, auch die Gewerkschafter der Komba einmal mehr in den Warnstreik treten.

„Nicht einmal ein erstes Angebot“

Auch verbal fährt Dopatka unterdessen schweres Geschütz auf: Der neuerliche Ausstand sei „nur nötig, weil man dort auch nach zwei Verhandlungsrunden noch immer nicht bereit war, zumindest ein erstes Angebot auf den Tisch zu legen. Wir hätten schon erwartet, dass der erste Streik dort für Bewegung sorgt.“ Immerhin habe Verdi bereits Ende Januar „geliefert“. Die Gewerkschaft fordert bekanntlich unter anderem Gehaltserhöhungen um sechs Prozent sowie Übernahmegarantien für Auszubildende.

Einmal mehr wird der Blick also bereits am Dienstag Richtung Potsdam gehen, wo am 15. und 16. April die dritte bundesweite Verhandlungsrunde stattfindet. „Sollten die Arbeitgeber dann immer noch nicht von ihrer Blockadehaltung abrücken, wären wir natürlich gezwungen, über kurz oder lang den dritten Warnstreik auszurufen“, erklärt der Aachener Verdi-Sekretär.

Und: „Ich gehe davon aus, dass es im Ernstfall noch im Laufe dieses Monats zur Urabstimmung kommen könnte, um den Weg für einen wesentlich längerfristigen, möglicherweise zweiwöchigen Erzwingungsstreik freizumachen.“ Der würde diesmal wohl den gesamten Bereich der öffentlichen Dienste betreffen — und nicht „nur“, wie es vor rund drei Jahren der Fall war, die Beschäftigungsträger im Kita- und Sozialsektor.

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