1. Lokales
  2. Aachen

Kunstgeschichte(n): Verborgene Naturschätze und archaische Tierwelten

Kunstgeschichte(n) : Verborgene Naturschätze und archaische Tierwelten

Ausdrucksstarke Landschaftsbilder präsentiert der Künstler und Pädagoge Rainer Bauer jetzt in der Galerie Salto. Die Galerie „gundolf b.“ hat Lothar Scheffler unterdessen in eine geheimnisvolle Menagerie verwandelt.

Er ist ein zurückhaltender, eher stiller Mensch. Doch wenn Rainer Bauer, Jahrgang 1962, zu Acryl und Ölfarbe greift, erzählen seine lebendigen und ausdrucksstarken Landschaftsbilder von Können und künstlerischer Leidenschaft – ganz besonders im Hinblick auf eine Natur, die man erobern muss, an die man nicht so leicht herankommt. Noch bis zum 6. April sind seine Arbeiten in der Aachener Galerie Salto von Elke Martin (Am Lavenstein 4) zu sehen.

Bauer, Kunstlehrer im Gymnasium Monschau, liebt Wanderungen zu verborgenen Orten – etwa im Bayerischen Wald, wo das Naturschutzgebiet den Wildwuchs erlaubt und Wasserfälle sich ihren Weg erobern. Aber auch die Eifel, Wege an der Inde entlang und der Aachener Wald sind immer wieder Orte der Inspiration. Es kann ein Tümpel sein, in dem sich das Sonnenlicht spiegelt und rundum alles verzaubert, aber auch die Erdschichten im Tagebau – braun, ockerfarben, schwarz, melancholisch – faszinieren den Künstler.

 Ausstellung in der Galerie von Gundolf Bruchhaus (Bild): Lothar Scheffler wandelt mit seinen Werken auf den Spuren von Tieren, die vor Urzeiten die Erde bevölkert haben.
Ausstellung in der Galerie von Gundolf Bruchhaus (Bild): Lothar Scheffler wandelt mit seinen Werken auf den Spuren von Tieren, die vor Urzeiten die Erde bevölkert haben. Foto: dmp Press/Ralf Roeger

Bauer schaut hin und gibt malerische Antworten. Meist sammelt er mit der Kamera besondere, vielfach majestätische Eindrücke, die er dann im Atelier umsetzt, dabei eintaucht in blau-schwarzes Wasser, aus dem sich dunkle Binsen wie Pfeile erheben, oder in eine winterliche Flusslandschaft, durch die sich ein Bach schlängelt. Das Staunen über immer neue Impressionen gibt er kraftvoll weiter – auch im Unterricht, wo er zurzeit das „Kreuz im Venn“, Naturdenkmal und Andachtsort im Monschauer Land, thematisiert. Geöffnet ist die Schau Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr oder nach Anmeldung unter 0177/8223641.

Die Galerie „gundolf b.“ hat sich in eine geheimnisvolle Menagerie verwandelt. Noch bis zum 14. Mai zeigt der engagierte Kunstfreund Gundolf Bruchhaus mit dem Blick für das Besondere Werke von Lothar Scheffler unter dem Motto „Letters from the past – recollection“ im Haus in der Eilfschornsteinstraße 10. Scheffler, 1961 geboren in Aachen, hat an der Fachhochschule Aachen ein Studium in den Bereichen Bildhauerei, Malerei und Kunstgeschichte absolviert. Seine Arbeiten bieten eine sichere und überzeugende Sprache. Seine Themenschwerpunkte in dieser Ausstellung sind Fossilien, Fische und Krustentiere sowie Gedanken an Höhlenmalereien. In eleganten, einem fernen Bronze-Kult nahen Skulpturen bietet er Anklänge an vorchristliche Religionen.

„Ich fordere eine Rückbesinnung auf das Ursprüngliche, auf die ersten Lebensformen“, betont Scheffler. „Der Mensch bedroht massiv den Lebensraum, dem er entstammt.“ Seine Ausstellung gehört zum Werkzyklus „Atlantik“. In Aachen lässt er allerhand Getier aufleben, Garnelen, Fische, Salamander, Schnecken, aber auch Bison und Antilope. Die Bilder erinnern in ihrer bräunlichen Archaik mit naturnahen Farbeffekten und aufgerauter, faserig-rauer Oberflächen an Gesteinsschichten, die erst jetzt ein Fossil freigeben. Es ist ein ästhetisch sehenswerter Appell, der Scheffler zudem als präzisen Beobachter ausweist. Die Ausstellung ist donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags von 13 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung unter 0172/2925364 geöffnet.