Aachen: Verantwortungsvoll mit den digitalen Medien umgehen

Aachen : Verantwortungsvoll mit den digitalen Medien umgehen

Kinder und Jugendliche kommen heute meist schon sehr früh mit digitalen Medien in Kontakt. Um damit verantwortungsvoll umgehen zu können, ist jedoch auch die entsprechende Kompetenz nötig — und die fällt nicht einfach vom Himmel.

Weil ein eigenes Schulfach dafür noch in weiter Ferne liegt, müssen die Grundschulen und weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen bis 2021 eigene Medienkonzepte vorlegen. Diesem Erlass der Landesregierung nachzukommen, ist für viele Schulen eine Herausforderung.

Es gilt, in den ohnehin eng getakteten Stundenplänen noch zusätzliche Kapazitäten für die Vermittlung verschiedener Lerninhalte zur digitalen Welt freizuschaufeln. Dabei erhalten die Schulen und insbesondere die Lehrkräfte Unterstützung vom Euregionalen Medienzentrum der Stadt Aachen, der Städteregion und Ostbelgiens. Und diese Hilfe wird offenbar angenommen, wie die große Nachfrage bei der Tagung „Medienpass NRW“ am Donnerstag in der Aachener Nadelfabrik zeigte. Die 100 Teilnehmerplätze waren innerhalb kürzester Zeit besetzt.

Ingesamt 24 Themenfelder haben die Experten des Medienzentrums dazu in einem Kompetenzrahmen zusammengestellt. Dieser reicht von Hardware-Kenntnissen über qualifizierte Informationsrecherche bis hin zur Bedeutung von Algorithmen und ist eine Art Zielformulierung für den Unterricht der Zukunft.

Unter Lehrkräften aufteilen

Das alles solle jedoch nicht in einem eigenen Schulfach vermittelt werden, sondern unter den Lehrkräften aufgeteilt werden, erklärte die Leiterin des Medienzentrums, Lara Langfort-Riepe. „Wenn wir die Ziele kennen, dann wissen wir auch, wen wir für diese Themen fit machen müssen“, sagte sie. Dies könne mitunter auch mit externen Partnern geschehen, wie es teilweise schon jetzt von einigen Schulen praktiziert werde. Die RWTH sei einer davon und als technische Universität sicherlich in besonderer Weise zur Wissensvermittlung in diesem Bereich geeignet, so Langfort-Riepe.

„Es gibt aber etwa auch Partnerschaften mit Regio IT, die sich mit Datenschutz beschäftigen, oder mit der Stadtbibliothek und dem Stadtarchiv, wo es dann hauptsächlich um Medienrecherche geht.“ Die Schulen, so sei sie überzeugt, müssten sich in Zukunft mehr für solche Bildungsangebote von außen öffnen. Wie die konkreten Medienkonzepte der Schulen dann im Einzelnen aussehen werden, ist die aber letztlich eine Sache der Lehrerkollegien vor Ort.

Das hängt in entscheidendem Maße auch von der technischen Ausstattung ab, und hier sei das Gefälle teilweise noch groß, betonte die Leiterin des Medienzentrums. Fehlendes oder zu schwaches WLAN und veraltete Computer seien Hürden, die es auf diesem Weg zu überwinden gelte. „Insgesamt sind die Schulen aber auf einem guten Weg, auch wenn das gerade für alle ziemlich anstrengend ist.“

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