VCD Aachen fordert höhere Investitionen für Radverkehr

„Fahrradstadt Aachen“ : Verkehrsclub fordert Investitionen von zusätzlich 2,3 Millionen Euro

Das Potenzial sei vorhanden, der Nachholbedarf jedoch enorm: Um dem Ziel „Fahrradstadt Aachen“ einen großen Schritt näher zu kommen, fordert der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Abteilung Aachen-Düren, dass die Stadt Aachen tiefer in die Tasche greift.

Und zwar deutlich tiefer. Zusätzliche 2,3 Millionen Euro sollen für den Haushalt 2019 eingestellt werden. Einen entsprechenden Antrag hat der VCD an alle Parteien im Rat geschickt.

Gerade im Sanierungsbereich der Radverkehrsanlagen müsse deutlich mehr passieren. „Es gibt in Aachen Radwege mit Jahrzehnte alten Schlaglöchern“, teilt Ulrich Bierwisch vom VCD mit. Ganz oben auf der Dringlichkeitsliste des Verkehrsclubs stehen die Trierer Straße und die Adenauerallee. Doch auch an der Jülicher Straße sowie der Lintertstraße bestehe Handlungsbedarf, betont Ralf Oswald, wobei für die Lintertstraße als Kreisstraße die Städteregion zuständig ist. Die Stadt Aachen soll nach Ansicht des VCD allein für Sanierung und Ausbau bestehender Radverkehrsanlagen eine Million Euro im Haushalt einstellen. „Wichtig ist, dass sich die Menschen auf dem Fahrrad sicher fühlen“, so der Sprecher des VCD weiter. Das sei in Aachen nicht der Fall. Noch nicht, wie der VCD hofft.

Abhilfe schaffen soll unter anderem ein Sicherheitsprogramm für große Kreuzungen, damit sich tödliche Unfälle wie im vergangenen Jahr am Hansemannplatz oder 2016 an der Schanz nicht wiederholen. In den Blick genommen werden sollen dabei insbesondere auch die Bastei, der Kaiserplatz und der Europaplatz. Mit weiteren 150 Fahrradbügeln im Stadtgebiet und 30 Fahrradboxen an Bahnhaltepunkten soll darüber hinaus die Infrastruktur für Radfahrer verbessert werden.

Dass Nachholbedarf in Sachen Radverkehr besteht, weiß dabei nicht nur der VCD. Nach Berechnungen von Dr. Armin Langweg von der städtischen Verkehrsentwicklungsplanung hat die Stadt Aachen in den Jahren 2007 bis 2013 pro Jahr im Schnitt 865.000 Euro und damit 3,40 Euro pro Einwohner für den Radverkehr ausgegeben. Neuere Zahlen liegen laut städtischem Presseamt nicht vor. Der Nationale Radverkehrsplan 2020 empfehle allerdings eine Summe von 13 bis 18 Euro pro Einwohner. „Aachen ist hiervon meilenweit entfernt“, moniert der VCD.

Nicht Gegenstand der Berechnung Langwegs sei jedoch die Wartung und Instandhaltung der Radverkehrsanlagen, ergänzt Harald Beckers vom städtischen Presseamt auf Anfrage. Diese würden häufig über den Stadtbetrieb abgerechnet. Insofern habe man also auch in den vergangenen Jahren schon mehr als 3,40 Euro pro Einwohner in den Radverkehr gesteckt. Ab 2019 soll dieser Wert deutlich steigen. Wenn der Stadt bereits gestellte Förderanträge bewilligt werden sollten, sei, so Beckers, mit Pro-Kopf-Ausgaben von zehn bis zwölf Euro zu rechnen. „Das wäre dann mehr als das Dreifache.“ Auf der Agenda stehen unter anderem der Ausbau der Radvorrangrouten.

Der Haushaltsplanentwurf wird zurzeit in den Fraktionen diskutiert. Ab kommender Woche werden die Beratungen in den Ausschüssen beginnen. Planmäßig soll der neue Haushalt im Januar verabschiedet werden.