Urbane Gärten in Aachen für einen guten Zweck genießen

Slow Food in Aachen : Grüne Oase sucht fleißige Erntehelfer

Von der Johanniterstraße aus gesehen wohnt das Ehepaar Habeney einfach in einem sehr schönen Aachener Stadthaus. Hohe Stuckdecken, hochwertiger Holzausbau und viel Licht. Doch was dahinter liegt, macht die Besucher fast etwas sprachlos.

Ein riesiger Garten, liebevoll angelegte Beete und ein kleiner Teich. So viel Obst und Gemüse wie sie hier jedes Jahr ernten, können sie selbst nicht essen. Und deshalb sind in dieser Saison alle eingeladen, mit zu ernten. Gegen eine kleine Spende für einen guten Zweck.

„Früher habe ich unsere Überschüsse einfach vor die Tür gestellt“ sagt Achim Habeney. Er bewirtschaftet den Garten gemeinsam mit seiner Frau Anne Klasen-Habeney. Im Urlaub kümmern sich Bekannte und eine Mieterin des Paares. „Aber wenn wir zurück sind, dann ist es immer sehr viel Arbeit auf einmal“ sagt Anne Klasen-Habeney.

Im letzten Jahr ist durch Spenden genug Geld für zwei Gärten in Kapstadt und Tansania zusammen gekommen. „Gärten für Afrika“, das liegt den Habeneys am Herzen und passt zu ihrer Leidenschaft. Dort sollen insgesamt 10.000 Gärten entstehen. 3.000 gibt es bereits. Die Gärten sollen von den Dorfgemeinschaften gepflegt werden und sie zusammenschweißen. So wie bei den Habeneys. Der Garten ist nämlich nur teilweise Eigentum des Paares. Hinter der Grundstücksgrenze wurde in den 1990er Jahren eine Tiefgarage gebaut. Das Dach sollte begrünt werden und außer den Habeneys wünschte keiner der Nachbarn einen Zugang. So entstand der riesige Gemeinschaftsgarten, zu dem auch die benachbarte Städtische KiTa in der Johanniterstraße Zugang hat. „Die kommen auch gerne mal vorbei und gucken, was hier im Garten los ist“ sagt Achim Habeney.

Derzeit kommen auch immer mal wieder Gäste vorbei und ernten mit, helfen bei der Arbeit. Aber noch ist daraus kein festes Ritual entstanden. Ab diesem Mittwoch sind deshalb alle Aachener eingeladen, mitzumachen. In der Zeit von 18 bis 19.30 Uhr steht der Garten offen. Und auch Slowfood ist offen für neue Mitglieder. Der Verein unternimmt Ausflüge in der Region, etwa zum Markt in Aubel oder dem neuen Heimatkundemuseum in Eupen. Danach gehen alle zusammen essen. Außerdem gibt es einen regelmäßigen Stammtisch in Aachen.

Infos zu Slowfood: https://www.slowfood.de/slow_food_vor_ort/aachen

Gemeinsame Ernte: Johaniterstraße 26, bis Oktober jeden Mittwoch, 18.00 bis 19.30 Uhr.