Unternehmer unterstützen Alemannia-Coach Kilic

Alemannia Aachen: Raus aus der ungeliebten Regionalliga

Tobias Mohr ist das beste Beispiel. Der Mann mit dem starken linken Fuß hat lange gezögert, bevor er die Alemannia verließ, Richtung Fürth zog und dort auf Anhieb zum Stammspieler in der 2. Bundesliga wurde.

Nur ein Beispiel, bei dem die Alemannia zum Steigbügelhalter auf der Karriereleiter wurde. Gerade unter Trainer Fuat Kilic haben sich viele Talente Richtung höhere Aufgaben weiterentwickelt – nur die Schwarz-Gelben treten mangels ausreichender Finanzen auf der Stelle.

Eine Entwicklung, bei der eine (noch) kleine Gruppe von Männern aus der hiesigen Wirtschaft nicht länger zuschauen möchte. „Fuat & Friends/Für Aachen“ lautet der bezeichnende Name dieser Gruppe, die sich in der Tat als Freundeskreis mit klarer Zielsetzung versteht: Der Trainer soll in seiner erfolgreichen Arbeit unterstützt werden, Alemannia endlich fit für den Kampf um die Meisterschaft und der Stellenwert des Vereins in der Stadt deutlich erhöht werden.

Dabei geht es mitnichten um eine Parallelveranstaltung zum Klub. Deswegen nimmt Alemannia-Aufsichtsrat Dr. Dirk Kall regelmäßig an den Treffen teil und sorgt für Informationsfluss in beide Richtungen. „Unter den derzeitigen Bedingungen können wir nicht oben anklopfen. Dabei ist der Verein jetzt absolut solide geführt und hat nach wie vor einen enormen Werbewert für die Stadt“, zeigt Kall das derzeitige Dilemma auf. Noch immer müssen die jetzt Verantwortlichen mit den wirtschaftlichen und emotionalen Folgen der Vergangenheit kämpfen.

Bereits konkrete Hilfe

„Fuat & Friends“ hat bereits konkret geholfen. „Als wir einen Stürmer brauchten und der Etat ausgereizt war, habe ich mich an Frank Seifarth und Tim Hammer gewendet - und wir konnten Dimitri Imbongo verpflichten“, hat Fuat Kilic bereits vom Unterstützerkreis profitiert. „Das sind Leute mit Herzblut für Alemannia“, sagt der 45-Jährige und findet das durchaus „bemerkenswert“. Mit ihrer Hilfe sind Geräte zur wissenschaftlichen Trainingsanalyse angeschafft worden, oder die Übernachtung der Mannschaft zum Beispiel vor dem Spiel in Verl war möglich.

Die Alemannen mit Rat und Tat (von links) Dr. Dirk Kall, Thorsten Schmitz, Uli Bresser, Frank Seifarth, Guido Thelen und Tim Hammer wollen Trainer Fuat Kilic (stehend links) mit helfen, dass es aufwärtgeht. Foto: ZVA/Michael Jaspers

Jetzt geht es um Weichenstellungen, damit die Mannschaft mit ihren vielen auslaufenden Verträgen nicht wieder auseinander fliegt. Kilic hatte jüngst im Gespräch mit unserer Zeitung seine Ambitionen Richtung höhere Ligen unterstrichen, würde dies aber am liebsten mit der Alemannia umsetzen: „Viele Spieler haben bereits Angebote anderer Vereine, auch aus höheren Ligen – wollen aber hier bleiben“, beschreibt der Trainer den durchaus vorhandenen Zeitdruck bei anstehenden Entscheidungen, zeigt sich aber vorsichtig optimistisch. Hier will der Kreis, zu dem unter anderem die Aachener Wirtschaftsvertreter Michael Nobis, Uli Bresser und Guido Thelen gehören, helfen.

Mit von der Partie im Unterstützerkreis sind auch ehemaligen Alemannia-Gremienvertreter Tim Hammer, Christian Steinborn und Oliver Laven. „Jeder macht Fehler. Aber es ist doch schrecklich, wie man in der Stadt mit dem Verein umgeht“, meint Hammer und verweist darauf, wie zum Beispiel in Düsseldorf einst Politik und Wirtschaft der Fortuna aus der 4. in die 1. Liga geholfen haben.

Auch ein Signal setzen

„Fuat & Friends“ will dementsprechend nicht nur unterstützen, sondern auch ein Signal setzen, dass der Verein immer noch ein Imageträger dieser Stadt ist. „Ewig geht dies aber in der Regionalliga nicht mehr. Zuschauerzahlen und Sponsoren gehen irgendwann noch weiter von der Stange“, befürchtet Hammer und setzt auf weitere Unterstützer. Der Kreis ist sowohl in seiner Zusammensetzung als auch in seinem Hilfsspektrum offen. Neue Teilnehmer sind herzlich willkommen.

Interessenten, die bei den Zielen mithelfen wollen, können sich melden unter fuatandfriends-ac@martello.de

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